Einer aktuellen UN-Erhebung zufolge kamen in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 1271 Zivilisten in Afghanistan ums Leben. Das sind 25 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Zudem wurden 1997 Zivilisten durch Anschläge sowie Kämpfe zwischen Rebellen und afghanischen sowie internationalen Truppen verletzt, viele davon schwer.

Wenn getötete und verwundete afghanische Zivilisten zusammengerechnet werden, stieg die gesamte Opferzahl damit im ersten Halbjahr um 31 Prozent. Der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Staffan de Mistura bestätigte die Angaben.

Aus der Erhebung geht hervor, dass die meisten zivilen Opfer (76 Prozent) durch Aufständische wie die radikalislamischen Taliban zu beklagen waren. Ausländische und einheimische Sicherheitskräfte haben den Angaben zufolge zwölf Prozent der zivilen Opfer zu verantworten. Das ist ein Minus von 30 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Die fehlenden zwölf Prozent wurden keiner der Konfliktparteien zugeordnet.

Unter den Kindern sei der Anstieg besonders dramatisch, wie die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) mitteilte. Die Zahl der getöteten Kinder stieg demzufolge um 55 Prozent. "Afghanische Kinder und Frauen tragen immer stärker die Hauptlast des Konflikts", warnte de Mistura. "Sie werden in ihren Häusern und Dörfern mehr als je zuvor getötet und verletzt."