Das US-Verteidigungsministerium sieht China auch militärisch auf dem Vormarsch und hatte als Beleg einen 83-seitigen Bericht zur Rüstungspolitik der Volksrepublik vorgelegt . Die Chinesen reagieren nun verstimmt: Das Dokument, das die chinesische Aufrüstung kritisch bewertet, sei den Beziehungen zwischen beiden Ländern "nicht zuträglich", teilte das chinesische Verteidigungsministerium in Peking mit. China sei "auf dem Weg einer friedlichen Entwicklung" und habe sich einer "defensiven nationalen Verteidigungspolitik" verschrieben. Zuvor hatten chinesische Verteidigungsexperten den Pentagon-Bericht in Staatsmedien bereits als "aggressiv" und "nicht unbedingt professionell" bezeichnet.

Chinesische Sicherheitsexperten hatten dem jährlichen Bericht dagegen einen "vorsichtigen und moderaten Ton" bescheinigt. In der Analyse des Pentagons heißt es, China rüste deutlich auf und dehne seine Reichweite für Militäreinsätze auf weite Teile Asiens aus. Peking habe seine Investitionen in den Bereichen Nuklearwaffen, Langstreckenraketen, U-Boote, Flugzeugträger und Kriegsführung im Cyberspace aufgestockt. Insbesondere der militärische Vorsprung Chinas gegenüber Taiwan weite sich immer weiter aus.

Die taiwanische Regierung erneuerte als Reaktion auf den Bericht seinen Aufruf an die USA, Waffen an Taiwan zu verkaufen. Ob es dazu kommt, ist offen: Das Pentagon jedenfalls setzt sich in seinem Bericht für eine Wiederaufnahme der gekappten Militärkontakte zu China ein. Peking hatte diese als Reaktion auf Waffenlieferungen der USA an Taiwan ausgesetzt .