Nach knapp zweijähriger Unterbrechung werden Israel und die Palästinenser erstmals wieder direkte Verhandlungen aufnehmen. Eine entsprechende Ankündigung wolle US-Außenministerin Hillary Clinton noch im Laufe des Freitags machen, berichtete die New York Times unter Berufung auf Regierungsvertreter.

Demnach wird US-Präsident Barack Obama den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach Washington einladen. Auftakt der Gespräche ist voraussichtlich Anfang September, die Verhandlungen sollen innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. Darin gehe es um "abschließende Statusfragen" bezüglich des von beiden Seiten als Hauptstadt reklamierten Jerusalem und das Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge.

Clintons Sprecher Philip Crowley hatte am Donnerstag einen baldigen Beginn direkter Nahost-Friedensverhandlungen in Aussicht gestellt. "Wir denken, dass wir sehr, sehr nah an einer Entscheidung der Parteien sind, in direkte Verhandlungen einzutreten", sagte er in Washington.

Clinton hatte sich zuvor mit dem jordanischen Außenminister Nasser Dschudah und dem Beauftragten des Nahost-Quartetts, dem britischen Ex-Premierminister Tony Blair, getroffen. Der Außenamtssprecher Crowley äußerte zudem die Erwartung, dass das Nahost-Quartett bestehend aus der UNO, der EU, den USA und Russland im Falle einer Einigung auf direkte Nahost-Friedensverhandlungen den Prozess mit einer entsprechenden Erklärung unterstützen werde.

Israel und die Palästinenser hatten zuletzt Ende 2008, vor Beginn des Gaza-Krieges, direkte Verhandlungen miteinander geführt. In den vergangenen drei Monaten sprachen sie nur unter Vermittlung des US-Nahost-Gesandten George Mitchell miteinander.