Im Streit um das geplante islamische Gemeindezentrum nahe Ground Zero hat sich nun auch der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Harry Reid, geäußert. Sein Sprecher teilte mit, Reid respektiere die in der Verfassung fest verankerte Religionsfreiheit. "Er meint jedoch, dass die geplante Moschee an einem anderen Ort errichtet werden sollte", fügte der Sprecher hinzu.

In den vergangenen Tagen hatten Äußerungen von US-Präsident Barack Obama zu dem Bauprojekt eine heftige Kontroverse ausgelöst . Obama hatte zunächst gesagt, dass das Bekenntnis der USA zur Religionsfreiheit "unerschütterlich" bleiben müsse. Kritiker verstanden das als eine Unterstützung für das Projekt. Nach scharfem Protest von Vertretern der Opfer der Terroranschläge auf das World Trade Center hatte der Präsident seine Äußerungen am Wochenende präzisiert. Seine Äußerung sei kein Kommentar zu der Frage gewesen, "ob es weise ist, an diesem Ort eine Moschee zu bauen". Vielmehr sei es ihm um grundsätzliche Rechte aller Bürger gegangen.

Obama reagierte damit auch auf Kritik aus den eigenen Reihen. In den USA stehen im November Kongresswahlen an, bei denen die Demokraten herbe Verluste fürchten. Mehrheitsführer Reid selbst bemüht sich um seine Wiederwahl im Bundesstaat Nevada. Nachdem – wie viele weitere republikanische Abgeordnete – auch seine Herausforderin Sharron Angle das geplante islamische Zentrum kritisiert hatte, sah sich nun auch Reid zu einer Stellungnahme gezwungen. Gegner des Projekts monieren, es verletze die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001, die von islamistischen Terroristen verübt worden waren.