Die Gefahren für humanitäre Helfer sind in den vergangenen Jahren ständig gestiegen. Im vergangenen Jahr kamen weltweit 102 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bei ihren Einsätzen ums Leben, wie die Vereinten Nationen am Mittwoch anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe mitteilten. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef ergänzte, 2009 seien 278 Helfer getötet, entführt oder schwer verletzt worden – viermal so viel wie vor zehn Jahren. Zu den Gründen gehört nach Angaben von Unicef das zunehmend rücksichtslose Vorgehen gegen Zivilisten bei Konflikten.

Mit dem Welttag soll an alle Helfer erinnert werden, die bei ihrem Einsatz gestorben sind. Der Gedenktag geht auf den 19. August 2003 zurück, als 22 Menschen bei einem Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad starben. Unter ihnen war auch der frühere UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Sergio Vieira de Mello.

Angesichts der zahlreichen Todesfälle rief Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) dazu auf, "die Grundprinzipien der humanitären Hilfe Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit energisch zu verteidigen". Gleichzeitig forderte er, "dass das humanitäre Engagement der Helfer und ihre lebensrettende Hilfe überall respektiert und geschützt werden".

Auch das Hilfswerk Care wies auf die teils lebensgefährlichen Bedingungen hin, unter denen die Helfer in Katastrophengebieten wie jetzt nach der Flut in Pakistan arbeiten. Die Helfer seien dort besonders gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, könnten sich zum Beispiel mit Malaria infizieren, Austrocknung und Hitzschläge erleiden oder aufgrund der starken psychologischen Belastung Depressionen bekommen.