Ende eines siebenjährigen Kriegseinsatzes: Zwei Wochen früher als angekündigt haben die letzten US-Kampftruppen nach amerikanischen Medienberichten den Irak verlassen. Der Konvoi habe am frühen Donnerstag die Grenze nach Kuwait überschritten, berichteten US-Fernsehsender. Der Abzug war ursprünglich für den 31. August geplant. Ein Armee-Sprecher bestätigte diese Berichte am Donnerstagmorgen.

Nach Angaben der Washington Post verließen etwa 14.000 Soldaten den Irak Richtung Kuwait. Der Rückzug des Brigadeteils aus der irakischen Hauptstadt Bagdad hatte nach Angaben der Zeitung am Samstag begonnen. Die Truppen hätten den 580 Kilometer langen Weg über Land statt in Flugzeugen zurücklegen müssen.

Reporter, die mit der Armee unterwegs sind, sollten der Zeitung zufolge bis zum Donnerstagmorgen Stillschweigen über den Rückzug bewahren, um die Truppen nicht in Gefahr zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt sollten die letzten Soldaten Kuwait erreichen.

Ein ranghoher Mitarbeiter der US-Regierung wies allerdings darauf hin, dass der Kampfeinsatz im Irak damit noch nicht beendet sei, sondern bis zum 31. August andauere. Gegenwärtig hätten die USA noch 56.000 Soldaten im Irak. 6000 von ihnen, die Teil von Spezialeinheiten sind, sollten bis Ende des Monats das Land verlassen.

Die 56.000 Soldaten seien nach wie vor Teil der "Operation Iraqi Freedom". Die Art des Einsatzes ändere sich erst mit dem 1. September, wenn die (Kampf-)Brigaden, die derzeit noch im Irak seien, umgewidmet würden zu Brigaden, die beraten und assistieren, sagte der Mitarbeiter. Der Einsatz werde dann "New Dawn" ("Neubeginn") heißen.

Einen Bericht des Senders NBC nannte der Sprecher verfrüht. Dieser hatte den Außenamtssprecher Philip Crowley mit den Worten zitiert, die "Operation Iraqi Freedom" sei mit dem Truppenrückzug in der Nacht zum Donnerstag bereits beendet. Es handele sich um einen "historischen Moment".

US-Präsident Barack Obama hatte bereits am Mittwoch in Washington gesagt, dass der Abzug fristgerecht verlaufe. In den vergangenen 18 Monaten hätten bereits 90.000 Soldaten den Irak verlassen. Bis Ende 2011 wollen die USA dann endgültig alle Soldaten aus Irak abgezogen haben.

Von den USA angeführte Truppen waren 2003 in den Irak einmarschiert und hatten den damaligen Diktator Saddam Hussein gestürzt. Seit damals starben mehr als 4400 US-Soldaten in dem Krieg.