Das geistliche Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat Verhandlungen mit den USA zum gegenwärtigen Zeitpunkt kategorisch ausgeschlossen. Erst müssten die Drohungen und Sanktionen gegen sein Land aufgehoben werden, sagte Chamenei in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Iran sei zwar zu Gesprächen bereit, aber nicht mit den USA. Die Regierung in Washington verhandele nicht aufrichtig, sagte Chamenei zur Begründung.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hatte im Atomstreit zuletzt binnen Wochen Verhandlungen mit der Sechser-Gruppe aus den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland in Aussicht gestellt. Es blieb zunächst unklar, ob Chamenei Gespräche mit der Sechser-Gruppe ausschloss oder sich in seiner Ablehnung auf bilaterale Gespräche mit den USA bezog. US-iranische Gespräche wären jedoch ohnehin unwahrscheinlich, weil die beiden Erzfeinde keine diplomatischen Verbindungen unterhalten.

Die USA hatten im Atomstreit mit Iran zuletzt eine Verschärfung der Sanktionen durchgesetzt und schließen einen Militärschlag gegen das Land nicht aus. Die Staatengemeinschaft verdächtigt Iran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten und verlangt von der Regierung in Teheran die Aufgabe der heimischen Urananreicherung. Je nach Anreicherungsgrad kann Uran zur Energiegewinnung oder für Nuklearwaffen verwendet werden. Iran beharrt dagegen auf seinem Atomprogramm und hat stets erklärt, es diene allein der Stromerzeugung.