Iran hat die baldige Inbetriebnahme seines ersten Atomkraftwerks in Buschehr bestätigt. Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, sagte nach Angaben der offiziellen iranischen Nachrichtenagentur Irna, der Brennstoff solle in der kommenden Woche in die Anlage gebracht werden. Dann seien noch sieben bis acht Tage nötig, um die Brennstäbe in dem von Russland gebauten Reaktor zu installieren. Ein Sprecher der russischen Atomenergiebehörde Rosatom sagte, Russland werde am 21. August damit beginnen, den Reaktor in Buschehr mit Brennstoff zu bestücken.

Dies sei eine zentrale Voraussetzung zum Start der mit russischer Hilfe gebauten 1000-Megawatt-Anlage. Allerdings sei der Reaktor danach noch nicht unmittelbar betriebsbereit. Die russische Nachrichtenagentur Interfax hatte unter Berufung auf eine Erklärung der russischen Atombehörde im Internet berichtet, der Reaktor gehe am 21. August ans Netz. Die Stellungnahme wurde jedoch zurückgezogen. Laut iranischer Atomenergiebehörde kann im September mit dem Betrieb der Anlage begonnen werden.

Russland hatte zwar die Iran-Sanktionen im Weltsicherheitsrat mitgetragen. Allerdings verurteilte die Führung in Moskau die schärferen Maßnahmen , die die EU und die USA zusätzlich verabschiedet hatten. Russland und der Westen wollen verhindern, dass Iran Atomwaffen baut. Jedoch billigt Moskau der Führung in Teheran das Recht auf zivile Nutzung der Atomenergie zu.

Die Anlage am Persischen Golf war bereits in den 1970er Jahren von der damaligen Kraftwerk Union AG (Siemens) begonnen worden. Zuletzt hatte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, dass der deutsche Zoll in Frankfurt die Ausfuhr von Siemens-Ausrüstung für das Atomkraftwerk verhindert habe. Dem Bericht zufolge sollten Bauteile über die russische Nuklearfirma Atomstroiexport nach Iran geliefert werden. Nach der iranischen Revolution hatte Russland in den 1990er Jahren das Buschehr-Projekt übernommen.