Das von Karsai erlassene Dekret verfügt die Auflösung der Dienste binnen vier Monaten. Ziel sei es, "für das Leben und den Besitz der Bürger mehr Sicherheit zu schaffen, Korruption zu bekämpfen und Unregelmäßigkeiten sowie den Missbrauch von Waffen, Militäruniformen und Ausrüstung durch private Sicherheitsfirmen zu verhindern". Die afghanischen Behörden sollen den Firmen ihre Waffen abkaufen und dann die Visa der ausländischen Mitarbeiter widerrufen. Afghanischen Angestellten von Sicherheitsfirmen soll ermöglicht werden, für die staatlichen Sicherheitskräfte zu arbeiten. Bereits am Montag hatte Karsais Büro mitgeteilt, den Sicherheitsfirmen solle eine Frist bis zum 1. Januar 2011 gesetzt werden.

In Afghanistan sind mehr als 50 private Sicherheitsfirmen mit insgesamt bis zu 40.000 bewaffneten Mitarbeitern tätig. Auch das US-Verteidigungsministerium hat in Afghanistan solche Firmen unter Vertrag, ebenso wie die UNO, ausländische Botschaften, Medien und Hilfsorganisationen. Die Firmen schützen ausländisches Personal und von ihnen genutzte Gebäude, außerdem übernehmen sie die hoch riskante Überwachung von Nachschubkonvois für Stützpunkte der NATO-Truppe ISAF.

Das bisweilen martialische Auftreten der Sicherheitsfirmen sorgt aber immer wieder für Unmut in der Bevölkerung. Karsai hatte zudem kritisiert, die Firmen würden Ressourcen verbrauchen, die für den Aufbau von Polizei und Armee benötigt würden.

Die Sicherheit der Nachschubkonvois und der Gebäude der Botschaften und internationalen Organisationen sollen dem Dekret zufolge künftig die afghanischen Sicherheitskräfte unter Leitung des Innenministeriums garantieren. Die Botschaften und internationalen Organisationen dürfen demnach aber weiterhin private Sicherheitsleute auf ihren Grundstücken beschäftigen.