Die Anordnung kam von ganz oben: Der kosovarische Ministerpräsident Hashim Thaci hat serbischen Politikern die Einreise in sein Land untersagt – bis auf weiteres. Damit sollen "weitere politische Provokationen durch serbische Regierungsvertreter auf dem Staatsgebiet des Kosovo" unterbunden werden.

Publik wurde die Entscheidung durch einen Bericht der Zeitung Koha Ditore , die aus einem Schreiben Thacis zitiert hatte. Gerichtet ist es an das Internationale Zivilbüro (ICO) in Pristina, das vom EU-Kosovo-Beauftragten Pieter Feith geleitet wird. Inzwischen bestätigte auch der Innenminister die Weisung. "Sie haben die Tür selbst zugeschlagen", sagte Bajram Rexhepi vor Journalisten.

Das Verbot gilt zunächst für serbische Regierungsvertreter, die in Regionen des Kosovo reisen wollen, in denen eine serbische Minderheit zu Hause ist. Ausgenommen ist der Norden des Landes, der von den Kosovo-Serben kontrolliert wird.

In einer Reaktion wandte sich die serbische Regierung an die EU. Der Staatssekretär für den Kosovo, Oliver Ivanovic, forderte deren Polizei- und Justizmission im Kosovo (EULEX) auf, sicherzustellen, dass "sich jeder ohne Probleme im Kosovo bewegen kann".

Das Kosovo hatte sich im Februar 2008 von Serbien losgesagt. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag erklärte die Unabhängigkeitserklärung im Juli für vereinbar mit dem Völkerrecht. Die Entscheidung sorgte für neue Spannungen zwischen Serbien und seiner früheren Provinz.