Die Kämpfe sind die schwersten seit Monaten in Somalia. "Das Hotel wurde von zwei Angreifern gestürmt, einer war mit einer Handgranate bewaffnet und der andere mit einem Maschinengewehr", teilte ein Sprecher der Afrikanischen Union (AU) mit. Die Rebellen gehören der radikalislamischen Shebab-Miliz an.

Durch den Angriff in der somalischen Hauptstadt Mogadischu kamen mindestens 30 Menschen ums Leben. Unter den Toten seien sechs Parlamentsabgeordnete und vier Regierungsmitarbeiter, sagte der stellvertretende Regierungschef Somalias, Abdirahman Hadschi Adab Ibbi. Die 20 anderen Opfer seien "unschuldige Zivilisten".

Die Angreifer töteten zunächst die Wächter und stürmten dann in das Hotel Mona, wo sie das Feuer auf die Anwesenden eröffneten, wie Zeugen sagten. "Es war unmöglich zu entkommen. Ich hatte großes Glück, sie haben auf mich gezielt, aber ich konnte aus dem Fenster springen und habe überlebt", sagte der Hotelangestellte Adan Mohamed. Als die Rebellen gesehen hätten, dass alle Menschen in dem Gebäude tot waren, seien sie auf das Dach gestiegen und hätten die Sicherheitskräfte beschossen, die das Hotel umzingelten.

Die beiden Angreifer hätten sich anschließend selbst getötet, um einer Festnahme zu entgehen. Nach Angaben von Augenzeugen waren die Angreifer als Sicherheitskräfte der Regierung verkleidet und konnten so das Hotel betreten, in dem sich häufig Parlamentarier und Regierungsmitarbeiter aufhalten. Zuvor hatte die somalische Regierung von drei Angreifern gesprochen, von denen einer festgenommen worden sei.

Seit fast zwei Jahrzehnten herrscht in Somalia Bürgerkrieg, die derzeitige Regierung des ostafrikanischen Landes hält sich nur mit Mühe und der Hilfe von AU-Soldaten an der Macht. In Mogadischu kontrolliert die Regierung nur noch einen kleinen Teil der Hauptstadt. Die Shebab-Miliz beherrscht zudem große Gebiete im Süden sowie im Zentrum Somalias.

Die Islamisten wollen die schwache Regierung vertreiben, die in Mogadischu von Truppen der AU aus Uganda und Burundi beschützt wird. Die Shebab-Miliz, die sich offen zum Terrornetzwerk al-Qaida bekennt, hatte am Montag eine Offensive gegen  die Friedenstruppen der AU begonnen und in mehreren Vierteln Mogadischus Kasernen angegriffen. Durch die Kämpfe wurden Behördenangaben zufolge mindestens 29 Zivilisten getötet, fast hundert Menschen wurden verletzt. Die Rebellen haben den etwa 6000 AU-Soldaten in Somalia den "endgültigen Krieg" erklärt.

Der somalische Informationsminister Abdirahman Omar Osman verurteilte die Rebellen, die das somalische Volk "terrorisieren" wollten. Es handele sich um einen "beklagenswerten Akt" während des islamischen Fastenmonats Ramadan. Parlamentspräsident Sharif Hassan Sheikh Aden erklärte, die Rebellen wollten die Bemühungen der Regierung für eine Befriedung des Landes blockieren. Auch die Mission der Afrikanischen Union (AMISOM) verurteilte den Angriff.

Durch einem Selbstmordanschlag der Miliz auf ein Hotel in Mogadischu im Dezember 2009 waren 24 Menschen getötet worden, darunter drei Minister. Die Miliz bekannte sich auch zu den Selbstmordanschlägen in Uganda während des Fußball-WM-Finales mit mindestens 76 Toten.