Naomi Campbell hat sich gegen Vorwürfe verteidigt, bei ihrer Aussage vor dem UN- Sondertribunal für Sierra Leone nicht die volle Wahrheit gesagt zu haben. In einer Stellungnahme, die von ihrem Management in London verbreitet wurde, heißt es, sie habe nichts zu gewinnen oder zu verlieren. Deshalb habe sie auch keinen Grund zu lügen.

"Ich habe keinerlei Interessen in dieser Affäre", sagte Campbell. Außerdem liege die ganze Sache auch schon 13 Jahre zurück. "Es ist klar, dass die Erinnerungen verschiedener Personen da unterschiedlich sein können."

Campbell bestätigte in der vergangenen Woche in Den Haag, dass sie Diamanten erhalten habe. Jedoch habe sie nicht gewusst, von wem. Die Schauspielerin Mia Farrow und Campbells frühere Agentin Carole White hatten vor Gericht ausgesagt, Campbell habe ihnen gegenüber geprahlt, sie habe einen "riesigen Diamanten" von dem früheren liberianischen Diktator Charles Taylor bekommen. Afrikanischen Herrschern wird vorgeworfen, mit dem Erlös aus dem Verkauf von sogenannten Blutdiamanten brutale Kriege zu finanzieren. Taylor muss sich vor dem Tribunal unter anderem wegen Mordes und Rekrutierung von Kindersoldaten während des Bürgerkriegs in Sierra Leone verantworten.

Campbell teilte in ihrer Stellungnahme weiter mit, sie habe sich als schwarze Frau immer für die gute Sache eingesetzt, besonders wenn es um Afrika gehe. Das werde sie auch weiterhin tun. "Ich habe in meinen 25 Jahren als Model niemals einen Job von Firmen angenommen, die für die Apartheid in Südafrika waren", fügte sie hinzu. Der gegen sie erhobene Vorwurf, ihr seien die Leiden der Menschen in Afrika gewissermaßen egal, sei "lächerlich und schmerzlich".