Die Nahost-Friedensgespräche haben noch gar nicht begonnen, da gibt es in der israelischen Regierungskoalition schon massiven Streit über den Verhandlungskurs. Der ultra-rechte Außenminister Avigdor Lieberman habe mit einem Ausscheiden seiner Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) aus der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gedroht, berichtete die Zeitung Jediot Achronot .

Lieberman befürchtet, dass Netanjahu den auf zehn Monate befristeten und demnächst auslaufenden Baustopp in den Siedlungen im Westjordanland verlängern könnte. Das Moratorium endet am 26. September. Die Palästinenser haben ihrerseits gedroht, die neuen Friedensgespräche mit Israel sofort wieder abzubrechen , sollte der Baustopp aufgehoben werden.

Washington und das Nahost-Quartett (USA, Russland, EU und UN) haben Israel und die Palästinenser für den 2. September zur Aufnahme direkter Verhandlungen nach Washington eingeladen . Ein Sprecher des iranischen Außenministers in Teheran erklärte, die neuen Nahost-Gespräche seien "sinnlos".

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak äußerte hingegen bei einem Gespräch mit dem Gesandten des Nahost-Quartetts, Tony Blair, die Hoffnung auf einen Durchbruch. "Israel und die Palästinenser müssen bei den direkten Gesprächen mutige Entscheidungen treffen", sagte Barak bei der Zusammenkunft in Tel Aviv.