Ruandas Staatschef Paul Kagame kann die Geschicke des ostafrikanischen Landes sieben weitere Jahre führen: Die Wahlkommission hat erste Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl veröffentlicht, wonach Kagame 92,9 Prozent der Stimmen errungen hat. Ein solch überwältigendes Ergebnis war erwartet worden. Sein Herausforderer von der sozialdemokratischen Partei PSD hatte keine Chance. Jean Damascene Ntawukuriryayo kam auf 4,9 Prozent der Stimmen.

"Das ist der Sieg für die Bevölkerung von Ruanda", rief Kagame seinen Anhängern zu, mit denen er die ganze Nacht in einem großen Fußballstadion in der Hauptstadt Kigali feierte. Er dankte ihnen für den großen Zuspruch und das Ausharren bis zur Veröffentlichung der ersten Teilergebnisse. Bereits in der Nacht zogen Zehntausende Anhänger durch die Straßen Kigalis, tanzten und riefen immer wieder "Sieg".

Auch das Fest in dem Fußballstadion hatte schon vor den Verlautbarungen der Wahlkommission begonnen. Tausende waren in die Sportstätte geströmt, wo Kagame mit seiner Familie in einer Loge bis zum Morgengrauen tanzte und feierte. Währenddessen leuchteten auf einer riesigen Leinwand erste Ergebnisse aus abgelegenen Gegenden auf. Diese zeigten mehr als 96 Prozent der Stimmen für den alten und neuen Präsidenten. 

Die Präsidentschaftswahl war die zweite seit dem Völkermord von 1994 in Ruanda . Gegen Kagame waren drei Kandidaten angetreten, die den Präsidenten beim vergangenen Urnengang noch unterstützt hatten. Zwei von drei weiteren Oppositionsparteien wurden nicht zugelassen, sie kritisierten die Wahl als "Farce". In manchen Regionen des Landes war bereits am Sonntag gewählt worden, einen Tag vor der eigentlichen Abstimmung.

Kagame regiert Ruanda seit 10 Jahren. Mit großzügiger finanzieller Hilfe aus dem Westen treibt Kagame die wirtschaftliche Modernisierung des Landes voran – auf Kosten von Demokratie und Bürgerrechten, werfen ihm Gegner vor.

1994 hatte er mit seiner früheren Rebellenbewegung FPR den Völkermord im Land beendet. Hutu-Milizen hatten binnen weniger Wochen Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie politisch gemäßigte Hutu ermordet. Die UN schätzen, dass bis zu einer Million Menschen getötet wurden.