Der erste Anschlag geschah in Pjatigorsk nahe der Stadt Stawropol: Eine Autobombe explodierte vor einem Café und verletzte mindestens 21 Menschen. Zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr, wie das örtliche Gesundheitsministerium nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. Zuvor hatte ein Selbstmordattentäter an der Grenze der Teilrepubliken Nordossetien und Inguschetien zwei Polizisten mit in den Tod gerissen. Drei weitere Milizionäre wurden verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen.

Der Kreml verurteilte die Gewalttaten. Präsident Dmitri Medwedew befahl dem Inlandsgeheimdienst FSB, alle nötigen Maßnahmen zur Aufklärung des Attentats zu ergreifen. Die Stadt ist seit Januar das Verwaltungszentrum des neuen Föderationsbezirks Nordkaukasus, dem auch die Konfliktrepubliken Tschetschenien und Dagestan angehören.

Die Region Stawropol mit ihren überwiegend russischen Einwohnern gilt im Gegensatz zu den sonst muslimisch geprägten Gegenden im Nordkaukasus nicht als Teil der Konfliktregion. Im Mai waren jedoch bei einem Bombenanschlag in Stawropol sechs Menschen getötet worden. Radikale Islamisten aus Tschetschenien und Dagestan hatten wiederholt angekündigt, den Terror in das ganze Land zu tragen. Die Separatisten kämpfen gegen kremltreue Einheiten für ein von Moskau unabhängiges "Kaukasus-Emirat".