Die Internationale Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) hat die von der Internetplattform Wikileaks geplante Veröffentlichung weiterer Geheimakten zum Afghanistan-Einsatz scharf kritisiert. "Schon die bisherigen Veröffentlichungen waren strafrechtlich relevant und moralisch unverantwortlich", sagte der deutsche Isaf-Sprecher Josef Blotz. Gerade die Namensnennung von afghanischen Mitarbeitern der Isaf und von internationalen Hilfsorganisationen sei "besonders verwerflich, weil sie diese Menschen einer zusätzlichen Gefährdung aussetzt", sagte Blotz.

Er bezeichnete die Veröffentlichung der auf Enthüllungsgeschichten spezialisierten Internetseite als "fehlgeleitete Aktion", die das von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Friedens- und Versöhnungsprogramm der afghanischen Regierung behindern könne. "Vertrauen kann verspielt werden", sagte der Brigadegeneral.

Wikileaks-Betreiber Julian Assange hatte am Donnerstag angekündigt, 15.000 weitere Geheimdokumente ins Internet zu stellen. "Wir sind besorgt, dass die zusätzlichen Dokumente größere Gefahren darstellen als die bereits veröffentlichten", erklärte Pentagon-Sprecher David Lapan dazu am Freitag.

Wikileaks hatte Ende Juli 90.000 Dokumente zum Afghanistan-Einsatz ins Internet gestellt und damit vor allem bei den Regierungen in Washington und Kabul für Empörung gesorgt.