Ausländischen und afghanischen Truppen ist ein Erfolg gegen die Taliban gelungen: Im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr hat die sogenannte Task Force 47 nach Militärangaben einen hochrangigen Taliban-Kommandeur gefangen genommen. Maulawi Roshan sei ein "unrechtmäßiger Richter" der Aufständischen in der Provinz Kundus gewesen, teilte die Internationale Schutztruppe Isaf mit. Er sei zudem stellvertretender "Schattengouverneur" der Taliban für Kundus gewesen und habe enge Verbindungen zur Taliban-Führung im benachbarten Pakistan unterhalten.

Nach Angaben der Isaf war Roshan an Angriffen gegen afghanische und ausländische Sicherheitskräfte in Kundus beteiligt. Roshan sei am Dienstag gefasst worden und werde von afghanischen Behörden befragt.

Die Taliban haben in den meisten Provinzen Parallelstrukturen zur Regierung aufgebaut und eigene Schattengouverneure und Richter eingesetzt. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Schattengouverneure in Kundus bei Militäroperationen getötet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen besetzten die Taliban die Stelle daher zumindest zeitweilig nicht mehr. Für gezielte Operationen gegen Taliban-Anführer sind in Kundus in der Regel US-Spezialkräfte verantwortlich.

Beim Absturz eines Militärhubschraubers im Süden des Landes waren am Dienstag neun US-Soldaten ums Leben gekommen. 2010 ist für die ausländischen Truppen bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan Ende 2001. Seit Jahresbeginn kamen nach Zählung des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org mehr ausländische Soldaten ums Leben als im gesamten Vorjahr.