Das Brandenburger Innenministerium in Potsdam bestätigte einen entsprechenden Bericht des Magazins Der Spiegel . Innenminister Rainer Speer (SPD) habe entschieden, keine weiteren Polizeibeamten zu entsenden, sagte ein Sprecher. Nach Ansicht des Ministers hat sich die Grundlage für den Einsatz am Hindukusch entscheidend verändert.

Hintergrund sei die Erklärung von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) vom Februar , wonach die Deutschen in Afghanistan an einem "bewaffneten Konflikt im Sinne des humanitären Völkerrechts" teilnehmen. Dies ist nach Auffassung Speers mit einem Krieg gleichzusetzen. Darum müsse der Einsatz von Polizisten aus Brandenburg neu bewertet werden. "An einem Krieg beteiligen sich brandenburgische Polizisten nicht, sie haben vielmehr ausschließlich einen zivilen Aufbauauftrag", sagte der Sprecher.

Der Rückzugs Brandenburg von der Ausbildung der afghanischen Polizei ist kein herber Verlust für das Trainingsprogramm. Seit 2002 entsandte das Bundesland lediglich 15 Beamte an den Hindukusch. Innenminister de Maiziere muss nun aber befürchten, dass weitere Länder den Einsatz beenden.

Deutschland hatte sich ursprünglich bereit erklärt, die gesamte Polizeiausbildung in Afghanistan zu übernehmen, war von der Aufgabe aber überfordert. Längst stellen die Amerikaner die meisten Ausbilder für die afghanischen Sicherheitskräfte. Dabei greifen die USA auch auf private Sicherheitsfirmen zurück. Das Polizeitraining der einzelnen Nation unterscheidet sich daher erheblich. Das deutsche Ausbildungsprogramm gilt als weniger militärisch, als andere.

Die afghanische Polizei hat andere Aufgaben als die Polizei in Deutschland. Am Hindukusch sind die Polizisten mit Sturmgewehren vom Typ AK-47 (Kalaschnikow) bewaffnet. Sie bekämpfen Taliban und Terroristen. Noch vor der Armee hat die afghanische Polizei die höchsten Verluste – das liegt auch an der Ausrüstung, da die normalen Polizeieinheiten nicht über gepanzerte Fahrzeuge, Schutzwesten oder Stahlhelme verfügen.