Die Auszeichnung ist unter dem Namen "Alternativer Nobelpreis" bekannt. Offiziell heißt der seit 1980 vergebene Preis "Right Livelihood Award". In diesem Jahr wurden Menschen und Organisationen geehrt, die sich unter anderem gegen die menschenverachtende und umweltzerstörende Ölförderpraxis in Nigeria und für Menschenrechte in Israel und Palästina einsetzen. "Wahrer Wandel beginnt von unten", sagte der Gründer des Preises, Jakob von Uexküll. In diesem Sinne seien die diesjährigen Preisträger Vorbilder, "deren Arbeit und Engagement weltweit beispielhaft sind."

Folgende Aktivisten und Organisationen wurden ausgezeichnet:

Nnimmo Bassey aus Nigeria erhält den Preis für seinen Kampf gegen die allein auf Profitmaximierung ausgerichtete Ölförderung westlicher Konzerne im Niger-Delta. Mit seiner Arbeit als Chef der Umweltorganisation Environmental Rights Action in Nigeria zeige der 52-Jährige die ökologischen und menschlichen Kosten der Ölforderung auf und stärke mit seinem Einsatz Umweltbewegungen in Nigeria und der ganzen Welt, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Der studierte Architekt und seine Graswurzel-Organisation prangern regelmäßig die enormen Schäden an, die die Ölförderung in Nigeria und anderen Staaten Afrikas verursacht. Experten schätzen, dass in den vergangenen 50 Jahren ausgelaufenes Öl in der Größenordnung der Exxon-Valdez-Katastrophe das Niger-Delta verschmutzt hat – stets zu Lasten der dort lebenden Menschen.

Ebenfalls mit einem Preis geehrt wurde der gebürtige Österreicher Erwin Kräutler. Als Bischof in Brasilien habe er sein Leben "den Rechten indigener Völker gewidmet" und sich unermüdlich dafür engagiert, den "Urwald des Amazonas vor der Zerstörung zu bewahren“, heißt es in der Begründung der Jury. Schon in den 1980er Jahren setzte sich der heute 71-Jährige dafür ein, dass die Rechte der Indios in der brasilianischen Verfassung verankert wurden. Der Theologe ist auch ein vehementer Gegner des größten Energieprojekts in Südamerika, dem Belo-Monte-Staudamm. Das umstrittene Wasserkraftprojekt würde zur Überflutung von 1000 Quadratkilometern Wald und einem Drittel der Stadt Altamira führen. 30.000 Menschen müssten umgesiedelt werden.

Ein weiterer Preis geht an den Nepalesen Shrikrishna Upadhyay und die Organisation Sappros. Sie werden ausgezeichnet, so die Jury, "weil sie selbst im Angesicht der Bedrohung durch politische Gewalt und Instabilität der Welt zeigen, wie die Mobilisierung von Dorfgemeinschaften Armut überwinden kann".  Der 65-jährige Entwicklungshelfer hat mehr als eine Million Menschen in Nepal dazu gebracht, für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu kämpfen. Seine Arbeit gilt als Paradebeispiel dafür, dass Armut überwunden werden kann, wenn die Betroffenen mobilisiert und organisiert werden.

Des Weiteren ausgezeichnet wurde die Organisation Physicians for Human Rights-Israel. In ihrer Begründung verweist die Jury auf den "unbezähmbaren Geist", mit dem die Menschenrechtler "für das Recht auf Gesundheit für alle Menschen in Israel und Palästina einstehen“.  Physicians for Human Rights-Israel wurde 1988 zu Beginn der Intifada von israelischen und palästinensischen Ärzten gegründet. Die Organisation bemüht sich einerseits darum, dass benachteiligten Menschen Zugang zum Gesundheitswesen bekommen, andererseits kämpft sie gegen bürokratische Hürden, gegen Ausgrenzungspolitik und Repression von Bevölkerungsgruppen.

Den Alternativen Nobelpreis stiftet seit 1980 der deutsch-schwedische Publizist und Philatelist Jakob von Uexküll. Die Auszeichnung gilt auch als ausdrückliche Kritik an den traditionellen Nobelpreisen. Der Award soll besondere Leistungen beim friedlichen Ausgleich sozialer Spannungen, für den Erhalt der Umwelt und die Verteidigung der Menschenrechte belohnen.