Die zumeist jungen Inhaftierten durften sich im Hof eines Gefängnisses in der libyschen Hauptstadt Tripolis versammeln, wo sie ihre Familien trafen. Nach Angaben der Gadhafi-Stiftung, die sich seit drei Jahren für einen Dialog zwischen den Islamisten und den libyschen Behörden einsetzt, durchliefen alle Freigelassenen ein Wiedereingliederungsprogramm und schwörten vor ihrer Entlassung der Gewalt ab.

Unter den 37 freigelassenen Islamisten war nach Angaben der Gadhafi-Stiftung auch Nasser Tailamun, der einst der Fahrer des Al-Qaida-Chefs Osama bin Laden gewesen sein soll. Es sei auch ein Häftling freigelassen worden, der 2007 aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo nach Libyen überstellt worden war.

Bei den anderen Freigelassenen handelte es sich den Angaben zufolge um Mitglieder oder Sympathisanten der radikalen Organisation Libysche Islamische Kampfgruppe (GICL) oder Islamisten mit Kontakten zum Terrornetzwerk al-Qaida.

Die Gadhafi-Stiftung engagiert sich nach eigenen Angaben für den gesellschaftlichen Frieden in Libyen. Ihr steht der Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gadhafi, Seif el Islam Gadhafi, vor.

Wie aus Kreisen der Stiftung verlautete, sollen in Libyen demnächst 150 weitere Islamisten freikommen. Im März waren bereits 214 Islamisten entlassen worden.