"Es gibt keinen Durchbruch", sagte der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen nach einem EU-Finanzministertreffen in Brüssel. Umstritten ist vor allem, wie mit Hedge-Fonds aus Ländern außerhalb der EU umgegangen werden soll. Insbesondere Frankreich blockiert Vorschläge, nachdem die Zulassung von Fonds aus einem solchen Drittland in einem EU-Land nicht automatisch in der gesamten Union gilt (EU-Pass).

Deutschland versucht Asmussen zufolge gemeinsam mit der belgischen EU-Präsidentschaft, als "Makler" vor dem nächsten G20-Gipfel in Seoul eine Lösung in dem Streit zu erreichen. Eine Kompromisslinie könnte nach Asmussens Worten eine Ausstiegsklausel sein, nach der einzelne EU-Staaten in Einzelfällen nicht an den EU-Pass gebunden seien. Details einer möglichen Kompromisslinie gebe es aber noch nicht. "Insofern ist klar, dass es in einzelnen Hauptstädten noch Beratschlagungsbedarf gibt."

Im Streit um seine Position im mächtigen Direktorium des Internationalen Währungsfonds ist Europa nun doch zu Zugeständnissen bereit. Nach heftigen Debatten bieten die Europäer an, sich mit weniger Sitzen zu begnügen. Damit machen sie den Weg frei für eine Neuverteilung der Direktorenposten zugunsten von Schwellenländern. Der IWF spielt eine entscheidende Rolle bei Hilfen für Krisenländer wie das hoch verschuldete Euro-Land Griechenland und das EU-Land Ungarn.

Die EU-Finanzminister verabschiedeten am Freitag einen gemeinsamen Vorschlag für die Jahresversammlung des IWF in der kommenden Woche in Washington. Danach sind die Europäer willens, auf bis zu zwei ihrer bislang neun Sitze im Direktorium zu verzichten. Die permanenten Sitze Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens sollen aber nach den Worten des deutschen Finanzstaatsekretärs Jörg Asmussen unangetastet bleiben. Zudem ist die EU bereit, sich von der bisher geltenden Regel zu verabschieden, dass der IWF-Chef aus Europa und der Weltbank-Präsident aus den USA kommen soll. Der IWF-Lenkungsausschuss soll eine aktivere Rolle spielen.

Die USA hatten vor wenigen Wochen überraschend die Mandatsverlängerung für das 24-sitzige Direktorium blockiert und eine Reduzierung der Sitze auf 20 gefordert. Um den aufstrebenden Schwellenländern mehr Einfluss in dem fürs IWF-Tagesgeschäft zuständigen Gremium zu geben, empfahlen die USA den Europäern einen Verzicht auf Sitze. Das war zunächst auf heftige Gegenreaktionen in Europa gestoßen. Derzeit haben von den Europäern die drei großen Länder Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen permanenten Sitz im Direktorium. Daneben stellen im Rahmen von Stimmgemeinschaften sechs europäische Länder einen Direktor. Die Änderungen sind Teil der umfassenden IWF-Reformen, über die nun entschieden werden soll.