Die US-Republikaner gehen finanziell gut gepolstert in den Endspurt vor der Kongresswahl am 2. November. Nach einem Bericht der Washington Post haben ihre Kandidaten für das Abgeordnetenhaus in den vergangenen Monaten insgesamt 104 Millionen Dollar (74,4 Millionen Euro) an Spenden eingenommen. Damit übertrafen sie erstmals ihre demokratischen Rivalen: die kamen in diesem Jahr nur auf 89 Millionen Dollar (63,6 Millionen Euro).

Die Republikaner können damit in den letzten beiden Wochen vor der Wahl noch einmal mit vollen Händen Geld ausgeben. Nach den letzten Umfragen stehen die Chancen gut, dass sie im Abgeordnetenhaus die Mehrheit gewinnen können.

Auch im Senatswahlkampf gibt es eine Spendenflut für die Republikaner. Die konservativen Kandidaten schafften es in der Zeit von Juli bis September 60 Millionen Dollar einzuwerben. Ihre demokratischen Kontrahenten blieben mit 40 Millionen auch hier weit zurück.

Das Oberste Gericht des Landes hatte in diesem Jahr die Einschränkungen bei der Wahlkampffinanzierung stark gelockert. Firmen, aber auch reiche Einzelpersonen können jetzt praktisch unbegrenzt Geld für Fernsehwerbung bestimmter Kandidaten ausgeben.

Einen Lichtblick gibt es allerdings für die Demokraten: Ihre offiziellen Parteiausschüsse zum Spendensammeln kamen im dritten Jahresquartal auf mehr 31 Millionen Dollar, die der Republikaner nur auf 20 Millionen. Damit, so sagen demokratische Strategen, hat die Regierungspartei immer noch genügend Geld zur Unterstützung der wichtigsten Kandidaten.

Gewählt werden alle 435 Kongressabgeordneten und 36 der 100 Senatoren. Während eine Mehrheit für die Republikaner im Abgeordnetenhaus als wahrscheinlich gilt, wird der Senat nach jüngsten Umfragen in demokratischer Hand bleiben.