Der Plan der Regierung in Washington sieht laut New York Times vor, bereits in den kommenden anderthalb bis zwei Jahren die US-Kampftruppen aus einigen afghanischen Gebieten abzuziehen. Bis 2014 solle der Kampfeinsatz am Hindukusch vollständig beendet werden. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama wolle den Abzugsplan beim Nato-Gipfel Ende der Woche in Lissabon vorlegen.

Der Abzugsplan orientiert sich dem Bericht zufolge am Vorgehen der US-Armee im Irak. Wie zuletzt auch in Afghanistan war im Irak das US-Truppenkontingent 2007 zunächst deutlich vergrößert worden, um die Sicherheitslage zu stabilisieren. Danach übergab die US-Armee die Sicherheitsverantwortung Region für Region den irakischen Sicherheitskräften. Bis zum Sommer 2010 wurden alle US-Kampftruppen aus dem Irak abgezogen. Bis Ende 2011 sollen noch knapp 50.000 US-Soldaten im Land bleiben, deren Aufgabe sich aber auf die Ausbildung und Beratung der einheimischen Truppen beschränkt.

"Der Irak ist eine ziemlich gute Blaupause für einen Übergang in Afghanistan", zitierte die Zeitung einen US-Regierungsvertreter. Entscheidend für den Abzug sei aber, dass Afghanistan eine eigene Armee aufbaue, "die wirklich in der Lage ist, die Führung zu übernehmen".

Afghanistans Präsident Hamid Karsai hatte die US-Armee am Sonntag aufgefordert, ihre Militäreinsätze in seinem Land einzuschränken und sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. "Die Zeit zur Verringerung der Militäreinsätze ist gekommen", sagte er der Washington Post . Karsais Kritik, insbesondere an den Hausdurchsuchungen durch US-Soldaten, sorgte bei einigen US-Parlamentariern für Missstimmung.