Mara Carfagna ist eines der bekanntesten Gesichter in der Regierungsmannschaft des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi . Das frühere Model ist seit 2008 Ministerin für Gleichberechtigung. Nun kündigte die 34-Jährige ihren Rücktritt  an. Sie wolle aber noch bis zu der im nächsten Monat anstehenden Vertrauensabstimmung im Parlament warten. Bei dem Votum im Dezember werde sie sich noch hinter die Regierung stellen, am Tag darauf aber das Kabinett und auch Berlusconis Partei verlassen, sagte sie in einem Interview mit der Zeitung Il Mattino

Als Grund für ihr Ausscheiden nannte die Ministerin vor allem ihren "Mangel an Einfluss" und das Mülldesaster in ihrer Region. Dabei bezog sich Carfagna nicht nur auf die sich erneut in Neapel türmenden Tonnen von Abfall, sondern auch auf eine Diskussion um eine Müllverbrennungsanlage in ihrer Heimatstadt Salerno.

Zudem warf sie Berlusconi vor, die Kontrolle über seine Partei Volk der Freiheit verloren zu haben. Carfagna, die von dem Medienmogul ins Parlament geholt wurde, schloss kategorisch aus, der Fraktion von Berlusconis Rivalen, dem Abgeordnetenhauspräsidenten Gianfranco Fini, beizutreten. Damit reagierte sie auf Gerüchte.

Fini hatte diese Woche seine Drohung wahr gemacht und vier Minister aus der Regierung abgezogen – ein Resultat des Machtkampfs zwischen Berlusconi und ihm. Nachdem der Premier Ende Juli mit seinem Bündnispartner und Parteigenossen Fini gebrochen hatte, gründete dieser die Fraktion Zukunft und Freiheit für Italien . Seitdem hat Berlusconis Regierung keine sichere Mehrheit mehr im Parlament.

Am 14. Dezember soll im Abgeordnetenhaus über einen von der linken Opposition eingebrachten Misstrauensantrag abgestimmt werden. Im Senat hingegen steht das vom Regierungschef gewünschte Vertrauensvotum auf dem Programm. Für den Fall, dass ihm das Vertrauen abgesprochen werde, kündigte Berlusconi bereits Neuwahlen an.