In Jerusalem haben die Beratungen der als Kimberley-Process bekannten Initiative gegen den Handel mit Blutdiamanten begonnen. Zum Auftakt der viertägigen Gespräche sagte der israelische Handelsminister Benjamin Ben-Elieser, die Initiative habe eine "Veränderung zum Guten" bewirkt. "Die internationale Gemeinschaft ist sich heute bewusster denn je, welches Leid Millionen von Menschen durch illegalen Handel mit Konfliktdiamanten zugefügt wird", sagte er. Nach Angaben der Initiative konnte der Handel mit Blutdiamanten in den vergangenen sieben Jahren auf ein Prozent des Rohdiamantenhandels reduziert werden.

Bei der Plenarsitzung des Kimberley-Prozess, dem inzwischen 75 Länder angehören, geht es um noch bessere Mechanismen zur Kontrolle des internationalen Diamantenhandels. Israel, ein Zentrum des Geschäfts mit den wertvollen Edelsteinen, hat in diesem Jahr den Vorsitz der Initiative. Der Vorsitzende Boaz Hirsch sagte in der Eröffnungsansprache: "Die Augen der Welt sind auf uns gerichtet, und wir müssen beweisen, dass wir immer noch effektiv und relevant in unseren Bemühungen sind, den illegalen Handel mit Konfliktdiamanten – und damit Menschenrechtsverletzungen – zu verhindern."

Der Kimberley-Prozess wurde 2003 gegründet, um international den Verkauf von Blutdiamanten aus Konfliktgebieten zu unterbinden. Der Name stammt vom ersten Tagungsort, der südafrikanischen Diamantenstadt Kimberley. Die Initiative soll verhindern, dass bewaffnete Gruppen – insbesondere in Afrika – Rohdiamanten aus den Gebieten verkaufen, die sie kontrollieren, um damit den Kauf von Waffen zu finanzieren.

Zentrales Thema der Sitzungen in Jerusalem ist der Diamantenhandel in Simbabwe. Die Organisation Human Rights Watch hat dem Staat vorgeworfen, die Diamantenfelder in Marange nach ihrer Entdeckung vor vier Jahren mit brutaler Militärgewalt unter seine Kontrolle gebracht zu haben. Die größte ausländische Delegation kommt aus dem Kongo, der im kommenden Jahr den Vorsitz des Kimberley-Prozess übernehmen soll.