Sie haben mehr als sieben Stunden verhandelt, doch ein konkretes Ergebnis gibt es nicht. US-Außenministerin Hillary Clinton und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben lediglich erklärt, sich weiterhin für eine Wiederaufnahme direkter Nahost-Friedensgespräche einsetzen zu wollen. Im Zentrum des Gespräches habe "die Herstellung der Bedingungen für die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung" gestanden, teilten sie in einer kurzen gemeinsamen Erklärung mit. Die Zusammenkunft sei "freundlich und produktiv" verlaufen.

Die US-Regierung drängt weiter auf direkte Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern. Clinton und Netanjahu hätten bei ihrem Treffen die Bedingungen für solche Beratungen diskutiert, teilte das US-Außenamt mit.

Clinton hatte vor dem Treffen das Engagement der USA betont und sich optimistisch gezeigt: "Wir werden einen Weg finden, damit es vorwärts geht." Sowohl Netanjahu als auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas "bekennen sich beide zu einer Zwei-Staaten-Lösung". Der israelische Premier zeigte sich entschlossen, mit den Palästinensern ein Friedensabkommen erzielen zu wollen. "Es ist uns ernst damit, wir wollen hier vorankommen", sagte er vor der Zusammenkunft mit Clinton. Israel hoffe zudem, ein solches Abkommen "auf viele andere arabische Länder auszuweiten".

Israel hatte kürzlich angekündigt, 1025 neue Wohneinheiten in der Siedlung Har Homa und weitere 320 in Ramot zu bauen. US-Präsident Barack Obama reagierte verärgert: Solche Aktivitäten seien "niemals hilfreich, wenn es um Friedensverhandlungen geht". Sie könnten das Vertrauen zwischen beiden Verhandlungsparteien zerstören.

Die direkten israelisch-palästinensischen Gespräche, die auf Druck der USA am 2. September aufgenommen worden waren, wurden kurz darauf unterbrochen, weil Israel sich weigerte, einen Baustopp für Siedlungen im israelisch besetzten Westjordanland zu verlängern. Nach Bekanntwerden der neuen Baupläne kündigte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Mittwoch an, den UN-Sicherheitsrat einschalten zu wollen.