Kein Akteur des US-Wahlkampfes 2008 polarisierte mehr als Sarah Palin . Der damalige Präsidentschaftskandidat John McCain konnte seinem Wahlkampf mit ihrer Nominierung neue Energie einflößen, weil Palin mit ihrem aggressiven Populismus besonders die US-Konservativen ansprach. Gleichzeitig löste die damalige Gouverneurin von Alaska Verachtung bei vielen liberalen und unabhängigen Wählern aus.

Nun bahnt sich an, was viele fürchten und andere erhoffen: Sarah Palin könnte sich um die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2012 bewerben. Dem Fernsehsender ABC sagte Palin , sie sei derzeit dabei, das "Terrain zu sondieren" und versuche herauszufinden, ob es "eine gute Sache für das Land, für die Debatte, für meine Familie" sein würde. Auf die Frage, ob sie glaube, Obama bei einer Wahl schlagen zu können, sagte sie: "Ich glaube schon."

Noch konkreter wurde Palin in einem Interview mit dem New York Times Magazine . Auf die Frage, ob sie für 2012 eine Kandidatur in Erwägung ziehe, sagte sie: "Das tue ich." Sie stecke gerade "in offenen, internen Beratungen und Diskussionen mit meiner Familie, weil sie der wichtigste Betrachtungspunkt ist".

Palin war 2008 als Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner an der Seite von John McCain gescheitert. Die Ex-Gouverneurin von Alaska schreibt derzeit erfolgreich Bücher über Amerikas Werte und hat eine eigene Fernsehshow. Die Medien spekulieren bereits seit geraumer Zeit, dass sie 2012 im Rennen um das Weiße Haus antreten könnte.

In den USA wird die ehemalige Gouverneurin von Alaska von Konservativen unterstützt, insbesondere durch die einflussreiche Bürgerbewegung Tea Party Movement. Einer Gallup-Umfrage zufolge haben dagegen 52 Prozent der Amerikaner keine gute Meinung von ihr. Auf republikanischer Seite hat sich zwei Jahre vor der Wahl noch kein klarer Favorit herauskristallisiert.

Der Architekt der politischen Siege des früheren Präsidenten George W. Bush, Karl Rove, hatte sich vor wenigen Wochen mit erheblichen Zweifeln an der Wählbarkeit Palins zu Wort gemeldet. "Das amerikanische Volk hat hohe Standards (was die Präsidentschaft angeht) und es verlangt ein gewisses Maß an Gesetztheit", sagte er in einem Interview mit der britischen Zeitung Daily Telegraph .