Tausende Demonstranten gingen auf die Straße, errichteten Barrikaden und warfen mit Steinen. Bei einem Aufmarsch vor dem Präsidentenpalast in der Hauptstadt La Paz setzte die Polizei Tränengas ein. Auch in der Stadt Cochabamba im Zentrum des Landes gab es Ausschreitungen. Insgesamt wurden 21 Menschen festgenommen. Die Angaben zur Zahl der in La Paz verletzten Polizisten schwanken zwischen fünf und 15.

Die Regierung des südamerikanischen Staates hatte am vergangenen Wochenende die bis dahin stark subventionierten Benzinpreise um 83, die Dieselpreise um 73 Prozent erhöht. Zuvor hatte die Regierung Millionensubventionen für den Energiesektor gestrichen. 

Versuche der Staatsführung, die Lage zu beruhigen, schlugen fehl: Erst am Mittwoch hatte Präsident Evo Morales angekündigt, den Mindestlohn von umgerechnet rund 80 Euro um 20 Prozent heraufzusetzen.

Zuletzt hatte vor fünf Jahren der damalige Präsident Carlos Mesa die Benzinpreise erhöht. Daraufhin hatte die Opposition unter ihrem damaligen Führer und heutigen Präsidenten Morales zu landesweiten Streiks aufgerufen, die letztlich zum Sturz Mesas führten.