Als Reaktion auf den Machtkampf nach der Präsidentschaftswahl in der Elfenbeinküsten hat die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) das Land vorläufig aus ihren Reihen ausgeschlossen. Das gab der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan nach einem Ecowas-Sondergipfel in der nigerianischen Hauptstadt Abuja bekannt. Der Herausforderer von Amtsinhaber Laurent Gbagbo, Alassane Ouattara, sei der rechtmäßige Sieger, sagte Jonathan.

Die von der Wahlkommission verkündeten Ergebnisse seien korrekt, sagte Jonathan weiter. Ouattara besitze die Unterstützung der westafrikanischen Regierungen. In einer Ecowas-Erklärung hieß es, Gbagbo müsse im Interesse der Bevölkerung zurücktreten. Zuvor hatten bereits die EU, die UN und die USA Ouattara als rechtmäßigen Sieger der Stichwahl am 28. November anerkannt. Bei der Stichwahl siegte laut Wahlkommission Ouattara mit 54 Prozent der Stimmen, doch der Verfassungsrat erklärte Gbagbo zum Sieger. Sowohl Ouattara wie auch Gbagbo haben sich inzwischen vereidigen lassen und eigene Regierungen eingesetzt.

Die Ecowas drohte nicht mit Sanktionen, sendete mit dem vorübergehenden Ausschluss aber ein Signal an Gbagbo, dem internationalen Druck nachzugeben und zurückzutreten. Jonathan sagte, die Ecowas sei nicht an der Bildung einer Einheitsregierung mit Ouattara und Gbagbo interessiert. Die Erfahrungen in Kenia und Simbabwe hätte gezeigt, dass solche Arrangements "niemals funktioniert" hätten. Zu dem Ecowas-Gipfel waren Regierungschefs und Minister aus 15 Staaten erschienen. Politische Vertreter aus der Elfenbeinküste waren nicht eingeladen worden.