Seit der Präsidentschaftswahl haben sich die Lager des selbsternannten Präsidenten Laurent Gbagbo und des Wahlsiegers Alassane Ouattara gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Nun haben sich die Vereinten Nationen offiziell hinter Ouattara gestellt. Das Parlament der 192 UN-Staaten akzeptierte am Donnerstagabend einstimmig Ouattaras Kandidaten Youssouf Bamba als Vertreter des Landes bei den Vereinten Nationen.

Zugleich wurde dem bisherigen UN-Botschafter Alcide Djédjé, einem Vertrauten des amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo, die Akkreditierung entzogen, wie der Sprecher der Generalversammlung bestätigte. Djédjé hatte New York bereits vor Wochen verlassen, um Gbagbo in der Elfenbeinküste als Berater zur Seite zu stehen. Die Zulassung des neuen UN-Botschafters und anderer Gesandter Ouattaras gilt als Anerkennung des Wahlsieges der Opposition, auch wenn es keinen formellen Beschluss dazu gibt.

Nach der Präsidentenwahl Ende November war Ouattara zum Sieger erklärt worden, der bisherige Präsident Gbagbo ignorierte das aber und ließ sich erneut vereidigen. Gbagbo liefert sich auch einen Konflikt mit den Vereinten Nationen und will die Friedenstruppen aus dem Land werfen. Mittlerweile sind etwa 10.000 Blauhelme in dem westafrikanischen Land.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte indes, dass Truppen des unterlegenen Gbagbo Anhänger von Wahlsieger Ouattara verschwinden ließen. Unterstützer des international anerkannten Präsidenten würden bei nächtlichen Razzien verschleppt, erklärte die Organisation in Dakar unter Berufung auf Augenzeugen. Einige der Verschleppten seien tot und mit Schusswunden aufgefunden worden.

Auch der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf berichtete von solchen Verbrechen. Er rief zu einem Ende der Gewalt auf. Der Vertreter des Gremiums in Abidjan, Simon Munzu, sagte, die Situation in dem Land sei "ernst" und erfordere rasches Handeln.

Derweil rief US-Außenministerin Hillary Clinton Gbagbo zum sofortigen Rücktritt auf. Ouattara sei "rechtmäßig gewählt und international anerkannt", erklärte sie in Washington. Dem ivorischen Volk müssten seine Rechte zurückgegeben werden, indem die Demokratie geachtet und der Rechtsstaat hergestellt würde. Zusammen mit der internationalen Gemeinschaft verurteilten die USA die Gewalt, erklärte Clinton.

Auch sieben Finanzminister der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion unterstützen Ouattara. Sie forderten ihre Zentralbank auf, nur noch mit Vertretern Ouattaras Geschäfte abzuwickeln. Die Union erkenne seinen Wahlsieg ebenso an wie die Vereinten Nationen, erklärten die Minister. Daher dürften nur noch Beauftragte Ouattaras Zugriff auf die Konten der Elfenbeinküste haben.