Im Machtkampf um die Präsidentschaft in der Elfenbeinküste hat der bisherige Staatschef Laurent Gbagbo die UN-Blauhelmsoldaten zum Verlassen des Landes aufgefordert. Die Friedenstruppen müssten "unverzüglich" ausreisen, hieß es in einer Erklärung von Gbagbos Regierung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wies die Forderung zurück und verurteilte Angriffe gegen die in dem westafrikanischen Land stationierten Soldaten.

Gbagbo lehne es ab, das Mandat der Blauhelmsoldaten und der sie unterstützenden französischen Truppen zu verlängern, sagte die amtierende Bildungsministerin und Regierungssprecherin Jacqueline Lohoues-Oble in einer Stellungnahme, die über das staatliche Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Das Lager um Gbagbo wirft den rund 10.000 Soldaten der Vereinten Nationen und den 900 im Land stationierten französischen Soldaten vor, Rebellen der Opposition zu unterstützen. Gbagbo hatte sich erneut als Staatschef vereidigen lassen , obwohl nach den Präsidentschaftswahlen Ende November der Oppositionskandidat Alassane Ouattara von der Wahlkommission zum Sieger erklärt worden war. Die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft sehen in Ouattara den neuen rechtmäßigen Präsidenten. 800 Blauhelmsoldaten bewachen derzeit das Hotel, in das sich Ouattara zurückgezogen hat. Dagegen stehen die Sicherheitskräfte des Landes hinter Gbagbo.

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Der von Ouattara zum Regierungschef ernannte Guillaume Soro bezeichnete Gbagbos Aufforderung an die Vereinten Nationen als "lächerlich". Gbagbo sei nicht mehr Präsident, er könne die UN-Truppen daher nicht zum Verlassen des Landes auffordern.