Als Reaktion auf die politische Krise der Elfenbeinküste hat die Europäische Union die Verhängung von "restriktiven Maßnahmen" gegen den offiziellen Wahlverlierer Laurent Gbagbo beschlossen. Die EU-Außenminister verständigten sich in Brüssel darauf, gegen Gbagbo und weitere Verantwortliche Einreisebeschränkungen zu verhängen. Darüber hinaus sollen die Vermögen Gbagbos und seiner Verbündeten in der EU eingefroren werden. Die Sanktionen sollten "ohne Verzögerung" anlaufen.

Oppositionskandidat Ouattara war den offiziellen Ergebnissen zufolge aus der Abstimmung im November als Sieger hervorgegangen. Der seit zehn Jahren herrschende Staatschef Gbagbo erkannte den Sieg jedoch nicht an und ließ sich selbst als neuer Präsident vereidigen.

Während der internationale Druck auf die Elfenbeinküste wächst, spitzt sich auch die Lage im Land zu. Am Montag blockierten bewaffnete Anhänger Gbagbos mehrere Stunden lang den Zugang zum Hauptquartier Ouattaras in der Hafenmetropole Abidjan. Mehr als 50 Bewaffnete, darunter auch Mitglieder der Polizei, nahmen mit mehreren Fahrzeugen gegen Mittag Stellung an der Zufahrt zum Hotel, das Ouattara als Hauptquartier dient. Das in einem wohlhabenden Viertel von Abidjan gelegene Gebäude wird von Mitgliedern der früheren Rebellen der Forces Nouvelles (FN) und UN-Blauhelmsoldaten geschützt.

Trotz der Blockade versicherte Ouattaras Regierungschef, Guillaume Soro, er werde am Freitag mit seinen Ministern in den offiziellen Regierungssitz in Abidjan umziehen. Zudem wolle er einen neuen, ihm treuen Direktor des Staatsfernsehens RTI einsetzen. Die Regierung Gbagbos verlängerte unterdessen in einem im Fernsehen verlesenen Dekret die nächtliche Ausgangssperre um eine Woche. Die Maßnahme hätte eigentlich am heutigen Dienstag auslaufen sollen.

Die Afrikanische Union (AU) und die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas haben die Elfenbeinküste bereits vorläufig aus ihren Reihen ausgeschlossen . Die EU will mit ihren Sanktionen den internationalen Druck auf Gbagbo erhöhen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte am Montag in Brüssel, alle Beteiligten müssten das Wahlergebnis auch anerkennen. "Wer der Meinung ist, dass er die Wahl gewonnen hat, obwohl er sie verloren hat, hat die Möglichkeiten, dann die entsprechenden Institutionen rechtsstaatlich anzurufen", sagte er.