Am 26. November 2008 kam der Terror nach Mumbai: Zehn bewaffnete Männer attackierten in der indischen Metropole zwei Luxushotels, ein jüdisches Zentrum, ein Touristen-Café und einen Bahnhof. Verantwortlich für die Anschlagsserie zeichnet die radikal-islamische Gruppe Lashkar-e-Taiba, die von Pakistan aus nun offenbar neue Terrorangriffe am Silvesterwochenende plant. Auf entsprechende Hinweise – die Behörden beziehen sich dabei auf Aussagen von Informanten der Geheimdienste – reagierten die indischen Stellen mit einem landesweiten Terroralarm. Überall im Land wurden Tausende Sicherheitskräfte mobilisiert.

Besonderes Augenmerk legen Polizei und Paramilitärs auf Mumbai, die Stadt Ahmedabad im westlichen Bundesstaat Gujarat sowie die Touristenregion Goa.

In Mumbai besteht die erhöhte Alarmbereitschaft bereits seit Heiligabend. In Tempeln, Kirchen, Krankenhäusern, Hotels und Regierungsgebäuden der Millionenstadt am Indischen Ozean wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Der Sender NDT hatte berichtet, dass vier Mitglieder von Lashkar-e-Taiba bereits in der Stadt seien. Ein Polizeivertreter rief die Öffentlichkeit mit einem Phantombild dazu auf, sich mit Hinweisen zum Aufenthalt der Verdächtigen an die Behörden zu wenden.

Ein Experte für innere Sicherheit in Neu Delhi, Ajai Sahni, sagte, es würden häufig Terrorwarnungen ausgegeben. "Aber sie sind oft nicht so präzise, was die Namen angeht. Offenbar liegen jetzt genauere Informationen vor als sonst."

Geheimdienstberichten zufolge haben all diese Ortschaften eins gemeinsam: Sie standen alle auf der Liste von David Headley, einem pakistanisch-stämmigen Amerikaner, der seit dem Jahr 2002 Mitglied der Terrorgruppe ist. Er half bei den Vorbereitungen der Mumbai-Anschläge vom November 2008, indem er im Auftrag der Islamisten quer durch Indien reiste und potenzielle Anschlagsziele ausspähte. Dazu gehörten Plätze und Gebäude in Mumbai, Goa und in Pune, wo im vergangenen Februar ebenfalls ein Anschlag verübt worden war.

Seit den Anschlägen von vor zwei Jahren nehmen die indischen Behörden jede Terrorwarnung sehr ernst. Bereits im September herrschte in Mumbai erhöhte Alarmbereitschaft. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben Hinweise auf geplante Anschläge während eines beliebten Hindu-Festivals.