Weltweit war er geschätzt, auf dem Balkan ermöglichte er den ersehnten Frieden, Afghanistan und Pakistan versuchte er im Kampf gegen die Taliban zu einen – Richard Holbrooke. Jetzt trauern in de USA, aber auch weltweit politisch Verantwortliche um den US-Sondergesandten für die Afpak-Region, der am Montag mit 69 Jahren gestorben war.

Präsident Barack Obama sagte, er und seine Frau Michelle seien tief betroffen. Er würdigte den "wahren Giganten" der US-Außenpolitik, an den man sich wegen "seiner unermüdlichen Diplomatie, seiner Liebe zum Land und seinem Eintreten für den Frieden" erinnern werde. Außenministerin Hillary Clinton sprach von einem der "entschiedensten Verteidiger und treuesten Diener" Amerikas, als sie am Montagabend Holbrookes Tod bekannt gab. Vizepräsident Joe Biden würdigte den "nimmermüden Verhandler und Streiter für amerikanische Interessen" als "talentiertesten Diplomaten, seiner Generation".

Ärzte hatten Holbrooke am Freitagmorgen ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er sich während der Arbeit unwohl gefühlt hatte. Die Mediziner entdeckten einen lebensbedrohlichen Riss an der Aorta. Sie operierten Holbrooke, konnten ihn aber nicht mehr dauerhaft stabilisieren.

Der am 21. April 1941 in New York Geborene hatte sich in den neunziger Jahren als US-Sondergesandter für den Balkan internationale Anerkennung erworben. Er gilt als Chefarchitekt des Dayton-Abkommens von November 1995, mit dem der Bosnienkrieg beendet wurde.

Er war ein aussichtsreicher Kandidat für den Posten des Außenminister unter Barack Obama, doch der gab den Posten an Hillary Clinton und machte Holbrooke zum US-Sondergesandten für die Krisenregion Afghanistan und Pakistan. Er war viel unterwegs, was ihn auch körperlich belastete.

Clinton würdigte den "Freund, Kollegen und Vertrauten" Holbrooke als jemanden, der "Diktatoren niederzwingen und selbst unter den schwierigsten Umständen für Amerikas Interessen und Werte eintreten konnte". Er habe die USA in entlegenen Kriegsgebieten und hochrangigen Verhandlungen mit "charakteristischer Brillanz und unerreichter Entschiedenheit" vertreten.

Der Kommandeur der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf ehrte Holbrooke als "wahren Titanen der diplomatischen Arena". General David Petraeus sagte, sein Tod sei ein "tragischer Verlust für unser Land, diese Region und unsere Welt". Es sei ein Privileg gewesen, eng mit dem Sonderbotschafter zusammenarbeiten zu dürfen, der ein fantastischer diplomatischer Partner, ein großer Amerikaner und ein guter Freund gewesen sei.

Der Demokratische Senator John Kerry würdigte Holbrooke für seine Entschiedenheit und seinen Fleiß. "Er war stets entschieden auf seiner Mission, und seine Arbeit wurde durch Frieden belohnt, robust wie Nägel." Senator Joe Lieberman aus Connecticut sagte, das Wirken des "Koloss' der US-Diplomatie" sei untrennbar mit der US-Politik der letzten vierzig Jahre verbunden.

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari nannte Holbrooke einen extrem hart arbeitenden Menschen, der schnell Dinge bewirken konnte, die normalerweise Wochen dauern. "Pakistan hat einen Freund verloren", sagte er. Sein Amtskollege in Kabul, Afghanistans Präsident Hamid Karsai sagte, Holbrooke sei ein erfahrener und fähiger Diplomat gewesen, der auf großartige Weise Amerika gedient habe. Ähnlich äußerte sich der pakistanische Botschafter in den USA. Bundesaußenminister Guido Westerwelle würdigte Holbrooke als "einen guten Freund Deutschlands, einen sehr erfolgreichen und bewährten Diplomaten und Politiker". Er bedauere, dass Holbrooke nun nicht mehr den Erfolg seiner Arbeit für die internationale Strategie in Afghanistan genießen kann. Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen würdigte Holbrookes Verdienste um den Frieden auf dem Balkan.

Der einstige US-Präsident Bill Clinton sagte, Holbrooke habe die durch seine Arbeit die Nation sicherer und die Welt besser gemacht. Seine damalige Außenministerin Madelaine Albright beklagte den Verlust eines großen und ergebenen Streiters für Frieden, Diplomatie und Menschenrechte. Der frühere britische Premier Toni Blair sagte, Holbrooke habe mit enormer Kraft für eine friedliche und gerechte Welt gekämpft.

Vertreten wird Holbrooke nun vermutlich sein Stellvertreter Frank Ruggiero.