Der Islamist, der am Wochenende bei einem Bombenanschlag in Stockholm starb, hat die Tat offenbar nicht allein geplant. Die Polizei in Schweden geht von mehreren Helfern aus. Der zuständige Staatsanwalt Thomas Lindstrand sagte, das Attentat sei zwar missglückt, aber "gut vorbereitet" gewesen.

Deshalb gehe man davon aus, dass der Täter Assistenten hatte, die halfen, das Attentat vorzubereiten. Es gebe aber keine konkreten Verdächtigen.

Der 28-jährige aus dem Irak stammende Taimur Abdelwahab al-Abdali lebte laut Medienberichten seit 1992 in Schweden. Am Samstag war nahe der belebten Einkaufsstraße Drottinggatan ein an seinem Körper befestigter Sprengsatz detoniert. Weiterer Sprengstoff in einem mit Reißnägeln gefüllten Rucksack zündete nicht. Zwei Menschen erlitten Verletzungen, als kurz zuvor ein von dem Täter geparktes Auto in der Nähe explodierte. Die schwedischen Behörden sprachen von einem Terroranschlag.

Die Ermittler haben keine Klarheit darüber, wo der Täter hin wollte, als er durch das Stadtviertel ging. Man vermute, dass er auf dem Weg zum Stockholmer Hauptbahnhof oder in ein bekanntes Kaufhaus gewesen sei, als die Rohrbombe an seinem Körper wahrscheinlich versehentlich explodierte, sagte Ermittler Lindstrand. "Der Mann war mit Bombenmaterial sehr gut ausgerüstet." Deshalb sei zu vermuten, dass er sehr viele Menschen töten wollte.

Der Attentäter war der Polizei und dem für die Terrorbekämpfung zuständigen Sicherheitsdienst Säpo bis zu dem Anschlag "völlig unbekannt". Er soll laut mehreren Medien zufolge in Pakistan und Jordanien als Terrorhelfer geschult worden sein.

Vor den Anschlägen hatte es eine Warnung per E-Mail an die schwedische Nachrichtenagentur TT gegeben, die auf die rund 500 schwedischen Soldaten in Afghanistan sowie Karikaturen von Prophet Mohammed des schwedischen Zeichners Lars Vilks verwies.

Die britische Polizei hatte in der Nacht in der Stadt Luton nördlich von London ein Haus durchsucht, in dem die Familie al-Abdalis gemeldet war. Scotland Yard bestätigte zwar nicht den Ort, aber eine Verbindung zwischen der Razzia und der Tat von Stockholm. Man habe jedoch niemanden festgenommen, hieß es. Auch habe man kein gefährliches Material gefunden. Berichten zufolge hatte al-Abdali in Luton nach 2001 Sporttherapie studiert, an der Universität von Bedfordshire.

In Luton leben überdurchschnittlich viele Muslime, etwa 20.000. Vom Bahnhof der Stadt aus waren die Attentäter vom 7. Juli 2005 gestartet, als sie die Londoner U-Bahn und einen Linienbus mit Sprengstoff angriffen. Damals waren 52 Menschen gestorben.