Seit Juli wird Omar al-Baschir wegen Völkermords gesucht einer Verhaftung entging er jedoch immer wieder.

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, hat die Arabische Liga zur Hilfe bei der Verhaftung des sudanesischen Präsidenten aufgerufen. Der Staatenbund könne ebenso bei der Festnahme helfen wie die Afrikanische Union, sagte der Argentinier vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Er warf al-Baschir erneut Völkermord in der Provinz Darfur vor. Der Präsident sagte in der Vergangenheit immer wieder Staatsbesuche ab, um einer Verhaftung im Ausland zu entgehen.

In der Darfur-Region tobt seit sieben Jahren ein blutiger Konflikt. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in den Kämpfen zwischen Sesshaften und Nomaden, zwischen nach Autonomie strebenden Gruppen und der Zentralregierung, zwischen Arabern und Afrikanern bis heute mindestens 300.000 Menschen getötet wurden. Zudem befinden sich demnach rund drei Millionen Menschen auf der Flucht.

"Der Hauptvorwurf lautet Völkermord", sagte Moren-Ocampo. "Was wir in der Provinz Darfur erleben, ist nicht nur eine humanitäre Katastrophe. Es sind vor allem systematische Angriffe auf die Menschen. Das ist Völkermord! Das ist ein fortschreitender Völkermord." Dafür gebe es neue Beweise zu den bereits vorhandenen. "Wir sprechen über viele, viele Verbrechen. Und wir können sie belegen."

Moren-Ocampo warf al-Baschir auch vor, dass er die Untersuchungen zum Völkermord behindere. Ein Vertreter des Sudans sprach am Rande der Sicherheitsratstagung von der "Wiederbelebung alter, unbegründeter Vorwürfe". "Wir legen im Sudan höchsten Wert auf Rechtsstaatlichkeit", sagte er. Alle Vorwürfe seien unwahr und unbewiesen.

Die Arabische Liga und die Afrikanische Union sehen den Haftbefehl gegen den sudanesischen Staatschef al-Baschir als Hindernis für die Friedensverhandlungen in Darfur. Die Afrikanische Union verabschiedete im vergangenen Jahr eine Resolution, nach welcher der Haftbefehl gegen al-Baschir zu missachten ist.

Al-Baschir wurde zuerst im Jahr 2009 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vom Internationalen Strafgerichtshof angeklagt. Im Juli dieses Jahres kamen drei weitere Anklagen wegen Genozids hinzu.