Regina Ngalaka weiß ihr Geburtsjahr nicht. Sie glaubt, dass sie mit "ungefähr sechzehn Jahren" ihr erstes Kind bekommen hat. Der Sohn ist jetzt achtzehn, also müsste sie 34 sein.

Sie sei von einem Soldaten "unter Zwang geheiratet worden", sagt sie. Auf Nachfrage erklärt sie:

"Es war Krieg. Ich hatte eine kurze Affäre mit ihm. Dann habe ich ihn geheiratet, damit die anderen Soldaten mich nicht einfach nehmen."

Die Ehe mit einem Soldaten der SPLA bedeutete, unbezahlt für das ganze Bataillon zu schuften. Sie musste täglich für 30 Männer Sorghum mahlen und kochen, Feuerholz und Wasser holen, Uniformen waschen. Sie überlebte mehrere Bombardements der sudanesischen Luftwaffe. Während eines Angriffs bekam sie einen Querschläger ins Bein und ist seitdem gehbehindert.

Sie gebar während des Krieges vier Kinder, eines starb als Baby an Malaria. "Es gab ja keine Medikamente."

Andere "Dienstfrauen" flüchteten aus den Reihen der SPLA. Regina Ngalaka weiß nicht, "ob die alleine draußen überlebt haben."

Nach dem Krieg wollte sie ihre Ehe "richtig schließen." Der Mann sollte den Brautpreis an ihre Eltern zahlen, hatte aber kein Geld. Also lebt sie wieder bei den Eltern. Der Vater ihrer Kinder ist inzwischen nach Uganda ausgewandert auf der Suche nach Arbeit.

Ende 2009 wurde sie mit Hunderten anderer Männer und Frauen aus der SPLA entlassen. Für "Dienstfrauen" wie Ngalaka gibt es inzwischen eine offizielle Kategorie: Women associated with Armed Forces (WAF). Frauen die für Militärs geputzt, gekocht, geschleppt und mit ihnen geschlafen haben. Meist gegen ihren Willen – selbst wenn sie nie laut "Nein" sagten oder sagen konnten.

"Sind Sie wütend auf Ihren Mann, auf die Armee?"

"Nein, was soll das nutzen? Das ist Vergangenheit. Ich habe meine Kinder, die sind mein Trost."

Ngalaka wartet seit vier Monaten auf einen Reintegrationskurs, der ihr helfen soll, einen Job zu finden. Sie träumt von einem kleinen Marktstand. " Small business ", sagt sie auf Englisch. Sie kann weder lesen noch schreiben. Ihr Bruder gibt ihr manchmal etwas Geld, damit ihre Kinder in der Schule bleiben können.