Julius Loude trat 1993 im Alter von 30 Jahren in die SPLA ein. Er wurde als Artillerieschütze ausgebildet und hat den Krieg ohne physische Verwundung überstanden.

"Haben Sie während der Armeezeit Sold erhalten?"

"Keinen Piaster. Wir bekamen Waffen, eine Uniform, Verpflegung. Alles andere mussten wir selbst organisieren."

"Wie hat Ihre Familie überlebt?"

"Meine Frau ist mit den Kindern in ein Flüchtlingslager nach Uganda." Loude wurde Ende 2009 aus der SPLA ausgemustert.

"Wollten Sie die Armee verlassen?"

"Nein, ich wollte bleiben. Aber mein Kommandant hat gesagt, jetzt herrsche Frieden, die Armee müsse kleiner werden und ich sollte mich zur Polizei melden. Da haben sie mich auch rausgeworfen, weil ich zu alt bin."

Loude sagt, bei der Entwaffnung und  Demobilisierung seien seine Waffe und seine Uniform verbrannt worden. Er habe eine kurze Beratung erhalten und sei über die Gefahren von HIV/Aids aufgeklärt worden.

"Hat man in der SPLA je über Aids gesprochen?"

"Nein, ich wusste gar nicht, was das ist."

Loude hat in einem Projekt einer japanischen Hilfsorganisation einen Kurs als Maurer absolviert. Er hofft auf einen Job beim Bau eines neuen Hauptquartiers der UN-Mission in Juba, fürchtet aber, dass man ihn wegen seines Alters nicht nehmen wird.

"Ich habe Angst. Ich fühle mich überhaupt nicht gut. Ich sehe keine Zukunft."