In einem leeren U-Bahn-Waggon in Rom ist ein verdächtiges Paket mit Schwarzpulver entdeckt worden, das nach Erkenntnissen der Behörden allerdings nicht hätte explodieren können. Eine Untersuchung von Sprengstoffspezialisten habe ergeben, dass der "rudimentäre Mechanismus" in dem Karton keine Explosion hätte auslösen können, sagte Bürgermeister Gianni Alemanno.

Ein Teil des Zünders habe gefehlt, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung, Giampaolo Polizzaro. In dem Karton seien zwei mit Elektrokabeln verbundene Röhren gewesen, die mit Schwarzpulver gefüllt gewesen seien. Der Behördensprecher berichtigte damit seine vorherige Angabe, der Karton habe einen funktionsfähigen Sprengsatz enthalten. Seinen Angaben zufolge werten Ermittler die Bilder von Überwachungskameras entlang der Linie B aus, um herauszufinden, wer den Karton in dem Bahnwaggon abgestellt hat.

Wie der Verkehrsbetrieb Atac mitteilte, hatte ein Mitarbeiter den verdächtigen Karton unter einem Sitz in einem Waggon der Linie B gefunden, nachdem alle Fahrgäste ausgestiegen waren. Der Zug, in dem die Entdeckung gemacht wurde, befand sich laut Behördenangaben auf einem Abstellplatz an der Endhaltestelle Rebibbia im Nordwesten Roms. Der Zug sei isoliert, der U-Bahnverkehr aber nicht unterbrochen worden, sagte der Behördensprecher. Bürgermeister Alemanno lobte die schnelle Reaktion der Sicherheitskräfte.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, der Schuhkarton habe zwei 20 Zentimeter lange Röhren mit einem pyrotechnischem Pulver enthalten, wie es für Feuerwerkskörper verwendet werde. Das Paket sei von dem Bereich, in dem sich Passagiere aufhielten, etwa 300 bis 400 Meter entfernt gewesen, berichtete die Zeitung Corriere della Sera unter Berufung auf Polizeibeamte.

Nach gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten von Regierungskritikern vergangene Wochen waren die Sicherheitsvorkehrungen in Rom verschärft worden. Am Mittwoch sollten weitere Demonstrationen stattfinden.