Die Veröffentlichung der Wikileaks-Dokumente taugt ausgezeichnet zu schnellen Schlüssen. Einer davon lautet: Der Schaden, den dieses Leck den USA zufügt, ist immens . Zu hören und zu lesen war dieses Fazit sogar schon, bevor die Depeschen überhaupt ins Netz gestellt wurden.
Und es stimmt ja: Wird irgendein Minister auf der Welt, irgendein Staatssekretär oder Monarch dem US-Botschafter in seinem Land noch jemals seine Meinung kundtun, wenn er damit rechnen kann, dass sie sich bald darauf im Internet wiederfindet? Kein Mensch will sich öffentlich blamieren, erst recht nicht auf internationalem Parkett.
Und so könnte es durchaus sein, dass die 166 US-Botschafter in aller Welt künftig nur noch eine Menge Smalltalk zu hören bekommen, wenn sie sich mit Vertretern ihrer Gastgeberländer treffen.
Das mag störend sein und die diplomatische Kommunikation vorübergehend etwas lähmen. Doch dieser Umstand wird durch die positiven Aspekte der Veröffentlichung aufgewogen. Und die betreffen einen der heikelsten Themenkomplexe, der die internationale Gemeinschaft seit geraumer Zeit beschäftigt: die Bestrebungen Irans, waffenfähiges Nuklearmaterial zu produzieren.
Amerikaner, Russen, Araber: Sie alle sind davon überzeugt, dass Irans Atomprogramm mehr als nur die zivile Nutzung der Kernenergie vorsieht. Und sie halten es für wahrscheinlich, dass das Regime in Teheran passende Trägersysteme sucht. Raketen also, die Atomsprengköpfe tragen können und eine Reichweite besitzen, die bedrohlich ist, nicht nur für Israel, sondern auch für Westeuropa und Russland.
Die Veröffentlichung der Wikileaks-Dokumente taugt ausgezeichnet zu schnellen Schlüssen. Einer davon lautet: Der Schaden, den dieses Leck den USA zufügt, ist immens . Zu hören und zu lesen war dieses Fazit sogar schon, bevor die Depeschen überhaupt ins Netz gestellt wurden.
Und es stimmt ja: Wird irgendein Minister auf der Welt, irgendein Staatssekretär oder Monarch dem US-Botschafter in seinem Land noch jemals seine Meinung kundtun, wenn er damit rechnen kann, dass sie sich bald darauf im Internet wiederfindet? Kein Mensch will sich öffentlich blamieren, erst recht nicht auf internationalem Parkett.