China hat nach japanischen Informationen den Prototyp seines ersten Tarnkappen-Kampfjet fertiggestellt. Peking plane noch in diesem Monat die ersten Testflüge, berichtete die japanische Zeitung Asahi Shimbun unter Berufung auf chinesische Militärangehörige. Das Flugzeug habe bisher Rolltests am Boden auf einem Flughafen im Südwesten Chinas absolviert. Die J-20 getaufte Maschine soll größer als der F-22 Raptor der US-Luftwaffe sein. Die Maschine werde mit großen Raketen bestückt. Die Volksrepublik plane, den Kampfjet 2017 in der Luftwaffe eingeführt zu haben. Der Jet werde wegen des Tarnmantels von Radar-Anlagen kaum zu orten sein.

Der Bau des J-20 ist nur eines von mehreren großen Rüstungsprojekten. China rüstet trotz der globalen Wirtschaftskrise weiter auf. Während die meisten Nato-Staaten in Europa ihre Verteidigungsausgaben drastisch reduzieren, erhöhte der Volkskongress den Rüstungsetat 2009 um fast 15 Prozent.

China versucht seit Jahren, seine Flotte um einen Flugzeugträger zu ergänzen. Dazu hatte die Regierung in der Vergangenheit von Australien und der Ukraine alte Träger kaufen lassen, die als Vorbild dienen sollen. Chinesische Piloten trainierten bereits den Start und die Landung von Flugzeugträgern, berichteten internationale Fachmagazine wie Jane's Defence Weekly.

Der Kampfjet könne das US-Außengebiet Guam im Pazifik mit dem strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunkt Andersen durch Luftbetankung erreichen, hieß es in dem Bericht. Sorgen dürften die US-Militärs sich aber vor allem um Taiwan machen. Der Staat, der auf einer Insel vor dem chinesischen Festland liegt, gehört zu den amerikanischen Verbündeten in der Region und ist ein guter Kunde der US-Rüstungsindustrie. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Die chinesische Aufrüstung bei Flugzeugen und bei der Marine gilt anscheinend vor allem Taiwan, Japan und deren Schutzmacht, der USA.

"Während es seine Anstrengungen verstärkt, in den offenen Ozean vorzustoßen, schreitet das chinesische Militär rasch mit der Modernisierung seiner Luftwaffe fort", kommentierte Asahi Shimbun. "Der Schritt könnte das militärische Gleichgewicht in Ostasien beeinträchtigen."Allerdings werde China wohl noch zehn bis 15 Jahre brauchen, um einen Tarnkappen-Jet von der Qualität der F-22 herzustellen, hieß es in dem Bericht weiter. Vertreter des chinesischen Verteidigungsministeriums wollten die Angaben auf Anfrage nicht kommentieren.

Der Bericht erschien wenige Tage vor einem geplanten Besuch von US-Verteidigungsminister Robert Gates in Peking. China hatte vor einem Jahr die militärischen Beziehungen zu Washington aus Protest gegen ein US-Rüstungsgeschäft mit Taiwan auf Eis gelegt. Inzwischen wurden die Gespräche auf technischer Ebene wieder aufgenommen.