Auf dem Höhepunkt einer schiitischen Pilgerfahrt in die irakische Stadt Kerbela haben Terroristen ein Blutbad angerichtet. 45 Menschen starben, als außerhalb der Stadt zwei Autobomben detonierten. Unter den Todesopfern waren auch Frauen und Kinder. Ein Arzt am Hussein-Krankenhaus in Kerbela sagte, 182 Menschen seien verletzt worden. Es hieß, die Bomben seien etwa zur gleichen Zeit an der Straße nach Bagdad und an der Straße, die in die Stadt Nadschaf führt, detoniert.

Am Vormittag ereigneten sich zwei weitere Anschläge auf schiitische Pilger, die sich auf dem Weg nach Kerbela befanden. In einem Vorort von Bagdad und in Kanaan wurden zwei Menschen getötet und elf weitere verletzt.

In der 100 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt Kerbela versammeln sich in diesen Tagen Hunderttausende schiitische Pilger, um an das Ende der 40-tägigen Trauerzeit für den 680 n.Chr. getöteten Imam Hussein zu erinnern.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits andernorts im Irak Attacken auf Pilger gegeben. Besonders fromme Schiiten nehmen die Wallfahrt zum Schrein des Imam Hussein zu Fuß auf sich. Hussein war ein Enkel des Propheten Mohammed, der von den Schiiten als Märtyrer verehrt wird.

Neben den Anschlägen auf Pilger verüben Extremisten seit Anfang dieser Woche verstärkt Anschläge auf einheimische Sicherheitskräfte. So sprengte sich am Dienstag ein Selbstmordattentäter vor einem Rekrutierungsbüro der Polizei in der Stadt Kirkuk in die Luft und riss mindestens 49 Menschen mit in den Tod. Am Mittwoch verübte ein Attentäter mit einem Krankenwagen einen Anschlag auf eine Polizeikaserne in Dijala und tötete mindestens 15 Menschen. Heute griff ein Selbstmordattentäter das Polizeipräsidium in der Stadt Bakuba an. Mindestens drei Menschen wurden getötet, darunter auch die 25jährige Chefredakteurin der Zeitung Irak Die Zukunft.