Den Terroranschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodjedowo mit insgesamt 36 Todesopfern soll ein 20 Jahre alter Selbstmordattentäter aus dem Nordkaukasus begangen haben. Das sagte der Sprecher der nationalen Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax. Der bei der Explosion am vergangenen Montag zerrissene Körper des Mannes sei inzwischen identifiziert worden. Einen Namen nannte er nicht. Die Tat sei aber aufgeklärt, mehrere weitere Tatverdächtige würden gesucht.

Bei dem Blutbad waren auch 180 Menschen verletzt worden. Dutzende lagen am Wochenende weiter im Krankenhaus. Die Terroristen hätten sich den internationalen Flughafen gezielt ausgesucht, um auch möglichst viele Ausländer zu töten, sagte Markin. Unter den Opfern waren auch ein 34 Jahre alter Geschäftsmann aus Köln und zwei Briten sowie weitere EU-Bürger.

Die Behörden hatten islamistische Gruppen aus dem Nordkaukasus unmittelbar nach der Explosion für die Tat verantwortlich gemacht. Nach einem Bericht der Zeitung Kommersant vom Samstag wurde die Bombe am Gürtel des Selbstmordattentäters über einen Fernzünder in die Luft gesprengt.

Präsident Dmitrij Medwedjew wies Regierungschef Wladimir Putin am Samstag schriftlich an, bis März ein Sicherheitssystem für den öffentlichen Verkehr auszuarbeiten. Dabei sollten auch neue technische Hilfsmittel eingesetzt werden. Außerdem ordnete Medwedjew an, bis Juli ein strengeres Gesetz zum Handel mit Sprengstoff auszuarbeiten.