Mohammed Hussein Tantawi, Verteidigungsminister und Vorsitzender des Obersten Rates der Streitkräfte

Seit Freitagabend hat das Militär die Macht am Nil . Die Geschicke des Landes lenkt nun der Militärrat. An dessen Spitze steht Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi, zeitlebens ein kompromissloser Gefolgsmann des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak.

"Das Militär und wir sind eins", hatten die Demonstranten in Kairo tagelang skandiert, seit die Armeeführung durch einen Sprecher verkünden ließ, die Anliegen des "großen ägyptischen Volkes" seien legitim und man werde nicht auf die Demonstranten schießen. Kurz vor seinem weichen Putsch am Freitag legte sich das Militär dann im "Kommunique Nummer 2" öffentlich fest, für einen demokratischen Übergang sorgen.

Seit dem Sturz der Monarchie 1952 ist Ägyptens Armee das Rückgrat der Macht . Alle Präsidenten kamen bisher aus ihren Rängen. Auch wenn sich die Streitkräfte stets diskret und verschwiegen geben, sie sind keineswegs ein monolithischer Block. Unter den Offizieren der mittleren Ränge gärt es seit langem. "Mubaraks Pudel" nennen sie Armeechef und Verteidigungsminister Tantawi verächtlich, wie ein geheimes Wikileaks-Protokoll aus dem Jahr 2008 berichtet.

Tantawi sei inkompetent, in der Truppe herrsche eine "Kultur des Kadavergehorsams" und die Armee befinde sich unter seiner Führung im Niedergang, lautete die Kritik. Geboren am 31. Oktober 1935, studierte er Militärwissenschaft, war dann Militärattaché in Pakistan und später Kommandeur der Präsidentengarde.

Bei den Kriegen 1956, 1967 und 1973 war er Infanterieoffizier, wie auch sein langjähriger, von ihm rückhaltlos verehrter Chef Hosni Mubarak. Trotzdem steht der umstrittene 75-jährige Feldmarschall jetzt an der Spitze der Junta, die in den nächsten Wochen und Monaten die Geschicke Ägyptens steuert. Mit ihm am Tisch sitzen auch der Oberkommandierende Sami Hafez Enan, Luftwaffenchef Reda Mahmoud Hafez Mohammed sowie Marinechef Mohab Mohammed Hussein Mamish.