Mit Verärgerung hat die spanische Regierung auf die vorübergehende Festnahme eines ihrer Diplomaten am Rande der jüngsten Demonstration von Oppositionellen in Teheran reagiert. Außenministerin Trinidad Jiménez drohte, den spanischen Botschafter in Iran zu Konsultationen abzuberufen, sollte die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadineschad den Vorfall nicht innerhalb von 48 Stunden aufklären oder sich entschuldigen. Iran habe das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen verletzt, kritisierte Jiménez.

"Es handelt sich um einen sehr schweren und inakzeptablen Vorfall", sagte die Ministerin. Madrid habe darüber auch die EU informiert. Die spanische Regierung lud zudem einen hohen Beamten des iranischen Außenministeriums aus, der in den kommenden Tagen Madrid besuchen wollte.

Der Leiter der Konsularabteilung der spanischen Botschaft in Teheran, Ignacio Pérez-Cambra, war am Montagabend in Teheran auf der Straße abgeführt und nach vier Stunden ohne Auflagen wieder freigelassen worden. Spanien bestellte daraufhin den iranischen Botschafter in Madrid ein und überreichte in Teheran eine Protestnote. Obwohl sich der 42-Jährige als Diplomat ausgewiesen habe, sei er zu keinem Zeitpunkt über den Grund seiner Festnahme informiert worden, beklagte die Außenministerin.

Nach Informationen der spanischen Zeitung El País wurde Pérez-Cambra von neun Polizisten in Zivil nahe der Botschaft festgenommen. Zuvor war er mit Botschafter Leopoldo Stampa während der Demonstration durch das Zentrum Teherans gelaufen. Er sei auf einer Wache festgehalten worden. "Ich wurde nicht schlecht behandelt, aber es gab einige Augenblicke großer Anspannung", sagte der Diplomat.

Wie die iranische Polizei derweil bestätigte, ist bei den jüngsten Protesten der Opposition bei Zusammenstößen mit der Polizei ein Mensch erschossen worden. Medien berichteten zudem von mehreren Verletzten. Augenzeugen zufolge schoss die Polizei in Teheran Tränengas und Farbkugeln auf die Demonstranten, die einem Aufruf zu einer Solidaritätskundgebung mit den Protesten in Ägypten und Tunesien gefolgt waren.

Laut Zeugenangaben hatten sich Tausende Demonstranten nahe des Asadi-Platzes im Westen des Zentrums von Teheran versammelt. In Anspielung auf Präsident Ahmadineschad riefen sie "Tod dem Diktator". Bei den Protesten handelte es sich um die größte Demonstration gegen die Regierung seit einem Jahr. Nach Berichten der Opposition wurden bei den Protesten am Montag Hunderte Menschen festgenommen.

Angesichts der wiederaufkommenden Proteste hat die Führung in Iran nun den Druck auf die Opposition verschärft. Während einer Parlamentsdebatte forderten regierungstreue Abgeordnete ohne Umschweife den Tod der Oppositionsführer Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karubi. Sie hatten zu einer Kundgebung aus Solidarität mit den Protestbewegungen in Ägypten und Tunesien aufgerufen.