Die iranischen Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi und Mehdi Karrubi standen seit zwei Wochen faktisch unter Hausarrest. Einem Bericht zufolge wurden sie aus ihren Häusern weggebracht. Die beiden Männer seien in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit ihren Ehefrauen in ein Haus nahe der Hauptstadt Teheran geschafft worden, berichtete die Menschenrechtsgruppe International Campaign for Human Rightsin Iran unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Person.

Sie seien jedoch nicht misshandelt worden, und bei ihrer neuen Bleibe handele es sich nicht um ein Gefängnis. Die Menschenrechtsorganisation sprach von einem "sicherem Haus" außerhalb von Teheran, wie Al Jazeera English schrieb. Von offizieller Seite gab es keine Angaben zu ihrem Aufenthaltsort. Der Leiter der iranischen Kommission für Nationale Sicherheit, Alaeddin Boroujerdi, hat nach Angaben von Al Jazeera English derweil gesagt, dass die beiden Oppositionsführer von Sicherheitskräften "eskortiert" wurden.

Die beiden Männer hatten im Juni 2009 die Proteste gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad angeführt. Am 14. Februar diesen Monats gab es neue Demonstrationen. Eine Mehrheit der iranischen Parlamentarier sprach sich daraufhin für die Todesstrafe für die beiden Oppositionellen wegen "Volksverhetzung" aus. Während der Proteste waren zwei Menschen erschossen worden.

Eine Website der Opposition hat für Dienstag zu Protesten gegen die Behandlung der Oppositionspolitiker aufgerufen – den Tag des Geburtstages von Mussawi. Er wird am Dienstag 69 Jahre alt. Weitere Proteste sind für den 15. März geplant. Auf mehreren Facebook-Seiten wurde zudem dazu aufgerufen, jeden Dienstag zu Protesten auf die Straße zu gehen.

Am Samstagabend hatte der ehemalige Präsident und Reformpolitiker Mohammad Chatami die Isolation von Mussawi und Karrubi als taktischen Fehler bezeichnet. Dieses Verhalten der Behörden könne die Opposition weiter radikalisieren, warnte er.