Wie schon in seinen vergangenen öffentlichen Auftritten und Äußerungen gibt sich Libyens Machthaber Muammar al-Gadhafi unerschütterlich. "Mein ganzes Volk liebt mich", zitierte Christiane Amanpour, Reporterin des US-Fernsehsenders ABC, per Twitter-Kurzmeldung aus einem Interview mit dem 68-Jährigen. "Sie würden sterben, um mich zu beschützen."

Der Revolutionsführer habe in dem Gespräch abgestritten, dass es in der Hauptstadt Tripolis Demonstrationen gegen seine Regierung gebe, berichtete Amanpour weiter. Überhaupt hege niemand in der Bevölkerung den Wunsch nach seinem Sturz. 

Augenzeugen zufolge häufen sich die Proteste gegen ihn aber in der Hauptstadt, nachdem er die Kontrolle über den Osten des Landes bereits verloren hat. Aus dem Westen des Landes gibt es Meldungen über anhaltende Kämpfe zwischen seinen Milizen und den Regimegegnern.

Zwischenzeitlich beschloss die internationale Gemeinschaft Sanktionen und führt Diskussionen über die Einrichtung einer Flugsverbotszone. Auch militärisches Eingreifen wird debattiert. So hieß es von Seiten der britischen Regierung, dies werde nicht ausgeschlossen. Ein Sprecher wies allerdings Spekulationen über einen Einsatz britischer Bodentruppen zurück.

Die USA ziehen ihre Truppen rund um Libyen zusammen. Die Armee bringe Marine- und Luftwaffeneinheiten in der Region in Position, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Dave Lapan. Die Planer des Pentagon arbeiteten an "verschiedenen Notfallplänen". Dazu gehörten Truppenverlegungen, um im Fall einer Entscheidung flexibel zu sein.

Nach Angaben von Außenministerin Hillary Clinton denkt man dabei aber weniger an Marineeinsätze, sondern vielmehr an Unterstützung für humanitäre Interventionen. Washington sei sehr besorgt über die humanitäre Lage in der Region und werde umgehend zwei Expertenteams an die libysch-tunesische und die libysch-ägyptische Grenze schicken, um den Flüchtlingen zu helfen.