Die sogenannten Rothemden versammelten sich vor dem Strafgerichtshof in Bangkok, um gegen die Justiz Thailands zu demonstrieren. Mehrere Tausend Anhänger der Opposition warfen den Richtern unfaire Behandlung ihrer Partei Vereinte Front für Demokratie und gegen Diktatur (UDD) vor. Zudem forderten die Demonstranten 17 der UDD-Anführer freizulassen, die wegen Terrorismus-Vorwürfen inhaftiert sind. Diese waren im Zusammenhang mit den Massenprotesten im vergangenen Mai verhaftet worden.  

Die Regierungspartei der Demokraten hat wenig Rückhalt in der überwiegend armen Bevölkerung. Die große Mehrheit der Armen unterstützt die Rothemden, die dem gestürzten Premierminister Thaksin Shinawatra nahe stehen. Thaksin hatte sich während seiner Amtszeit auch die Stimmen der Massen mit populären Maßnahmen wie billiger Krankenversorgung und günstigen Kleinkrediten gesichert. Er wurde 2006 wegen des Vorwurfs der Korruption gestürzt und später wegen Amtsmissbrauchs verurteilt, flüchtete aber vorher ins Exil.

Immer wieder erinnern Regierungsgegner mit Demonstrationen an ihre wochenlange Protestaktion im Mai 2010. Die Demonstranten waren in rot gekleidet, der Farbe der Protestbewegung. Erst im Januar haben rund 30.000 Regierungsgegner in Bangkok demonstriert und die thailändische Hauptstadt teilweise lahmgelegt. Auch im vergangenen September hatten sie an das gewaltsame Ende ihrer wochenlangen Protestaktion am 19. Mai erinnert. Damals hatten Armee und Polizei versucht, die seit März dauernden Proteste gegen die Regierung aufzulösen. Schließlich ließ die Regierung die Panzer ausrücken und räumte das Protestgelände. Insgesamt kamen etwa 90 Menschen ums Leben.

Inzwischen hat die Regierung der mittellosen Bevölkerung neue Unterstützungsprogramme versprochen. Die von den Demonstranten als Vertretung der Eliten angesehene Regierungspartei der Demokraten werde diese Maßnahmen im bevorstehenden Wahlkampf prominent herausstellen, hatte ein Parteisprecher gesagt. Regierungschef Abhisit Vejjajiva will in der ersten Jahreshälfte das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen.