Seit der Flucht des Präsidenten Sein al-Abdin Ben Ali Mitte Januar hat die Übergangsregierung in Tunesien viele seiner Anhänger von Posten in Politik und Verwaltung entfernt. Nun sind auch die Gouverneure der 24 Regionen ersetzt worden. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur. Schon in den vergangenen Tagen hatte das Innenministerium begonnen, den von Ben Ali aufgebauten Polizei- und Überwachungsapparat umzubauen. 

Derweil hat Übergangsregierungschef Mohamed Ghannouchi die Bevölkerung zur Rückkehr an die Arbeitsplätze aufgerufen. Damit solle ein Zusammenbruch der Wirtschaft verhindert werden, sagte Ghannouchi am Mittwoch dem Privatfernsehsender Hannibal. Viele Tunesier waren in den vergangenen Tagen aus Angst vor Gewalt oder Übergriffen zu Hause geblieben. Die Sicherheitslage normalisiere sich, fügte der Regierungschef hinzu. Die Krise der vergangenen Tage sei überstanden.

Durch die Unruhen in dem nordafrikanischen Land wurden laut den Vereinten Nationen rund 150 Menschen getötet und 510 weitere verletzt. Der ehemalige Innenminister hatte die Zahl der durch die Demonstrationen Getöteten mit 78 angegeben. Weiter nennt die UN 72 Menschen, die durch eine Gefängnisrevolte ums Leben gekommen sind. Diese hätten sich zeitgleich mit den wochenlangen Protesten gegen den Präsidenten Ben Ali ereignet, sagte der Leiter eines achtköpfigen UN-Experten-Teams, Bacre Waly Ndiaye.