Yoweri Museveni bleibt Präsident in Uganda. Die Wahlkommission des ostafrikanischen Landes erklärte ihn am Sonntag zum Sieger der Präsidentenwahl. Museveni habe 68 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Kommission in Kampala mit. Die Wahlbeteiligung habe bei 59 Prozent gelegen. Für den seit 1986 herrschenden Museveni ist es die vierte Amtszeit. Wahlexperten hatten mit einem knappen Ausgang gerechnet.

Kizza Besigye, Musevenis stärkster Herausforderer unter den sieben Gegenkandidaten, erhielt 26 Prozent der Wählerstimmen. Eine Sprecherin Besigyes, der früher Parteigänger Musevis war, berichtete am Samstag von einer massiven Einschüchterung von Oppositionsanhängern. Auch bei der Übermittlung von Ergebnissen sei es zu Behinderungen gekommen. In vielen Fällen seien Urnen mit im Voraus zugunsten Musevenis ausgefüllten Wahlzetteln gefüllt worden. Besigye selbst sprach von massivem Stimmenkauf und Bestechungen zugunsten Musevenis.

Einer der Präsidentschaftskandidaten konnte am Freitag nicht wählen, da sein Name nicht in den Wählerlisten aufgeführt war. Besigye selbst musste am Freitag ein zweites Wahllokal aufsuchen, weil er im ersten nicht wählen konnte. Die Wahlen waren von Gewalt überschattet. Im Osten des Landes wurden 71 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern rivalisierender Kandidaten verletzt.

Besigye sagte. die sei Zeit reif für eine Volkserhebung nach ägyptischem Vorbild. Für diesen Fall hat der Präsident seinem Herausforderer und dessen Anhängern mit Gefängnis gedroht.

EU-Beobachter kritisierten die massive Präsenz von Sicherheitskräften am Wahltag als einschüchternd. Zudem habe das Regierungslager seinen Amtsbonus so sehr ausgenutzt, das von einer gleichberechtigten Wahl nicht die Rede sein könne. In der Hauptstadt Kampala waren am Sonntag mehr Polizisten und Soldaten als sonst unterwegs. Die Sicherheitskräfte waren zu Fuß und in gepanzerten Fahrzeugen auf Streife.

Museveni war 1979 am Sturz des Diktators Idi Amin beteiligt und rebellierte in den 80er Jahren gegen Präsident Milton Obote. Nachdem er 1986 an die Macht kam, ließ Museveni 1996 erstmals Wahlen abhalten. Ursprünglich waren in der ugandischen Verfassung nur zwei Amtszeiten für den Präsidenten vorgesehen. Museveni ließ jedoch die Verfassung ändern, um erneut kandidieren zu können.